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Als Dieter Spethmann, seinerzeit Vorstandsvorsitzender der Thyssen AG als Herr alter Schule dem Bundeskanzler seine Aufwartung stilvollendet im Stresemann machte, empfing ihn Helmut Kohl im Arbeitszimmer mit Aquarium in der Strickjacke. Heute meldet sich der fast 85jährige Industriekapitän mal wieder mit einem FAZ-Interview eindrucksvoll zu Wort – Ein Freund des EURO ist er nicht:

Deutschland schenkt die Überschüsse, die es im Außenhandel erzielt, der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB benützt diese Überschüsse, um damit die Defizite von Griechenland, Italien, Frankreich und so weiter zu bezahlen. Wir verschenken jedes Jahr im Abrechnungskreislauf der Zentralbanken fünf bis sechs Prozent unseres Sozialproduktes, Waren gegen Papier. Im Bereich der Geschäftsbanken verschenken wir noch einmal zwei bis drei Prozent. Dazu kommt ein Nettobeitrag an die Europäische Union (EU) in Höhe von einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Wir verschenken jedes Jahr zehn Prozent unseres BIP. Das sind 250 Milliarden Euro – und das hält keine Volkswirtschaft aus. Read the rest of this entry »

Carsten Volkery ist der Pitzke von London. Ähnlich wie sein antiamerikanisches Pendant auf der anderen Seite des Atlantiks bemüht sich Volkery nach Leibeskräften, die Insel vor Europa als eine Bastion der Rückständigkeit zu präsentieren. Seine Fachkenntnisse sind dabei nur bescheiden, selbst in den einfachsten Texten unterlaufen ihm reichlich dämliche Schnitzer. Jetzt hat Volkery wieder zugeschlagen und berichtete über einen Auftritt Thilo Sarrazins bei der BBC. Dabei reitet Volkery zwar ausführlich auf der nicht gerade Oxbridge gerechten Aussprache des umstrittenen Ex-Bankers herum, zeigt gleichzeitig aber, dass er offenbar unfähig ist, die Aussagen des Kritisierten zu verstehen. Auf der SPON-Seite prangt daher die folgende Richtigstellung einer Behauptung eines stramm links-konditionierten Meinungsmachers:

Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version dieses Textes stand, dass Thilo Sarrazin das BBC-Interview unter anderem mit dem Satz: “The whitest people get the fewest babies” eröffnete. Tatsächlich hat er aber “The brightest people” gesagt. Wir haben den Text entsprechend korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Freud’sche Fehlleistung oder Pawlowscher Reflex?

Und “The Big Picture” zeigt dazu die ganz großen Fotos!

Oskar Lafontaine war bei Anne Will wieder ganz allert. Kommunismus bedeute nichts anderes als Gemeineigentum, wie es schon das Ur-Christentum gekannt habe, sagte der von Jesuiten erzogene Diplom-Physiker. Die allgemeine Appeasement – Stimmung in der Politik wurde deutlich, weil weder Jan Fleischhauer noch Rainer Brüderle dem Unsinn widersprachen. Heute zeigt allein die Online-Ausgabe des Berliner Tagesspiegels an zwei Beispielen, dass “öffentliches Eigentum” systembeding Korruption und Kriminalität Tür und Tor öffnet. Read the rest of this entry »

Die Tagesthemen meldeten gestern, dass die Europäische Zentralbank in der vergangenen Woche insgesamt 73 Mrd. € an Staatsanleihen gekauft hat (In der angegebenen Woche waren es “nur” über eine Milliarde). Gleichzeitig habe sie in gleichem Umfang die Geldmenge verknappt,  um keine inflationären Tendenzen zu befördern.  Damit hat die EZB das Risiko aus den Büchern der Geschäftsbanken genommen, das zu einer weitere Abwertung der Papiere in den Büchern und zu Verlusten in den Bilanzen geführt hätte. Wenn die eintreten, muss die EZB ihr Grundkapital weiter erhöhen, um diese Verluste auszugleichen. Um die zu minimieren, tritt die EZB auch für die Ausweitung des Rettungsschirms ein, um Kursverluste zu minimieren. Aber das Gegenteil wird dadurch befördert. Read the rest of this entry »

Die Substanzlosigkeit der vermeintlich bürgerlichen Regierung wird mittlerweile alltäglich voraus. Ein FDP-Gesundheitsexperte fordert deFacto das Verbot der Kinder-Menüs bei Mcdoof und der Verkehrsminister will die Autofahrer nach Kfz-, Öko-, Mehrwert- und Mineralöl ein viertes Mal zur Kasse bitten, um die staatliche Daseinsvorsorge zu garantieren: Die Schlaglochfreiheit deutscher Strassen. Read the rest of this entry »

Die Rheinische Post meldet, dass Daniel Bahr und die NRW-FDP Rot-Grün den Eintritt in eine Ampelkoalition angeboten haben. Sie machen sozusagen auf Links-Partei. Damit hat sich die Partei endgültig erledigt.Wer aus der bloßen Angst für vielleicht fünf Jahre die Landtagsmandate zu verlieren, weil man sich ohnehin in eine aussichtslose Lage manövriert hat, mit dem politischen Gegner paktieren will, mit dem es keine Gemeinsamkeiten gibt, ist nicht liberal sondern oppurtunistisch.

Der Bundsverkehrsminister will die Bahn reformieren. Dabei ist manches gut und vieles Unsinn. Der erste Irrtum beruht auf der vermeintlichen Erkenntnis, kaputte Klimaanlagen und Bahnausfälle bei schlechtem Wetter lägen an der rigiden Rendite-Hatz des Vorstands Mehdorn und dem geplanten Börsengang. Trotz falscher Diagnose ist aber nicht alles falsch.

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Die veröffentlichte Meinung ist sich einig. Die zögerliche Haltung im “Dioxin”-Skandal der Bundesverbraucherministerin, die gleichzeitig die Bundeslandwirtschaftsministerin ist, sei schädlich. Schnelles Handeln sei erforderlich, um die Bevölkerung in Zukunft vor einer Massenvergiftung mit dem Seveso-Gift zu schützen. Hier können nur mehr Kontrollen der Futterlieferanten helfen. Und natürlich muss der Bund alle Kompetenzen an sich ziehen. So weit, so falsch. Read the rest of this entry »

Seit Tagen gehen die Tunesier auf die Straße und protestieren gegen die Lage in dem Mittelmeerstaat. Der autoritäre Präsident Ben Ali hat sich jetzt zu einem “Einlenken” durchringen können und das klingt dann so:

“Ben Ali versprach eine Öffnung des politischen Systems sowie Preissenkungen für Grundnahrungsmittel.”

Auch wenn die Qualitätsmedien davon überzeugt zu sein scheinen, dass es bei den Protesten um diese beiden Dinge ging, ist es vielleicht angebracht, zu bemerken, dass Länder, in denen die Regierung Preise nach Belieben ändern kann, ohnehin verloren sind.

Bis zum nächsten Aufstand!

In einem einzelnen Sätzchen erwähnte ein protestantischer Kirchenfürst die Ferne des Islam zu Aufklärung und Kritik. Eine Reaktion kam von der Pressesprecherin einer der Organisationen, die sich selber zur Vertretung der Muslime in Deutschland erklärt haben:

“Niemandem steht es zu, eine Religion zu kritisieren und zu bewerten, ob sie eine Aufklärung nötig hat oder nicht.”

Besser hätte Nurhan Soykan vom “Zentralrat der Muslime” die Aussage des Kirchenmannes nicht bestätigen können. Die hauptberuflichen Islam-Funktionäre stehen den pakistanischen Blasphemie-Gesetzen unendlich näher als der Aufklärung.

Via Achse des Guten.

Spiegel Online hat neue Kolumnisten. Immerhin ist Jan Fleischauer darunter aber eben auch Jakob Augstein, der als Sohn des Gründers firmiert aber unlängst verlauten ließ, sein wahrer Vater sei Martin Walser. Augstein betreibt mit dem Erbe Rudolf Augsteins als Verleger die linke Tageszeitung “Freitag” und darf nun bei SPON einmal wöchentlich das linke Fallbeil schwingen. Und verfällt in das alte Motto: Sarrazin geht immer.  Read the rest of this entry »

Die Fiktion des “demokratischen Sozialismus” hat die Linke für weite Teile der Deutschen erst wählbar gemacht. Wie die zahlreichen Namensänderungen läßt die Etikette die Illusion zu, die Nachfolgeorganisation der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands würde mit der Einführung des Sozialismus und der Enteignung der Kapitalisten solange warten, bis eine Mehrheit dafür sei. Seit der Offenbarung der Gesine Lötsch ist die Illusion des Sozialismus mit menschlichem Antlitz dahin. Die hässliche Fratze des stalinistischen Kommunismus ist nicht mehr weg zu leugnen. Das ist auch der Grund warum von de Ex-Kommunistin Tissy Bruns bis hin zur Frankfurter Rundschau alle so beredt dabei sind, sich von diesem Gespenst absetzen zu wollen. Das Ziel der Mission gerät in Gefahr.

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Um satte 3,6 % ist die deutsche Wirtschaft 2010 gewachsen. Damit haben wir wohl etwa das Niveau des Jahres 2007 wieder erreicht. Denn 2009 war die Wirtschaft um 5% geschrumpft. Auf der Basis der 95% erreichen wir immerhin 98,42% des Vorkrisenniveaus. Es handelt sich also um die Wiederauslastung brachliegenden Produktionskapazitäten. Zur Vollauslastung fehlen immer noch satte 1,5 %. Die Entwicklung ist kein Wunder. Die Aufrechterhaltung vorhandener Kapazitäten wurde durch die Kurzarbeit subventioniert, zu Lasten neuer Unternehmen, von Innovationen und neuen Produkten. Denn eine Krise bietet sonst immer die Chance zur Umorientierung. So wurden bestehende Strukturen zementiert.  Read the rest of this entry »

Sechs Menschen sind tot, eine demokratische Kongreßabgeordnete hat einen Kopfschuss erlitten, der es unwahrscheinlich macht, dass sie jemals wieder in ihr tägliches Leben zurück kehrt. Andere kämpfen um ihr Leben, viele sind traumatisiert. Grund genug, zu schweigen und für die Betroffenen, zu trauern. Doch nicht nur hierzulande kennt man die wahren schuldigen: Sarah Palin und die Tea – Party.

Die hatte geschmackloserweise die Wahlkreise der Abgeordneten, die der Einführung der zwangsweisen Krankenversicherung zugestimmt hatten, auf ihrer Facebook-Seite mit Fadenkreuzen versehen, um ihre Anhänger zu ermuntern, denen ihre Mandate abzujagen.

Nun scheint es sich aber bei dem Mörder um einen kiffenden Studenten zu handeln, der nicht als Palin-Anhänger bekannt ist, sondern wirren Verschwörungstheorien anhängt und dies wohl schon länger tut, als es diese Bürgerbewegung in den USA überhaupt gibt.

Seit ich denken kann, werden die Republikaner in Deutschland dämonisiert. Für Nixon war ich noch zu klein, aber schon die Wahl von Jimmy Carter wurde mit der Hoffnung verbunden, nun würde Amerika normal. Als der nach einer Legislaturperiode abgewirtschaftet hatte und sich die USA in einem vergleichbar desolaten Zustand wie heute befanden, trat ein anderer auf den Plan. “Ronald Reagans größte Rolle”, ein TV-Portrait, das ich noch in Erinnerung habe, hob dessen frühere Berufung als Schauspieler hervor. Dass er mal zwei Wahlperioden erfolgreich Kalifornien regierte, kam nur am Rande vor.

Bei dem Versuch, die politische Verantwortung per Ferndiagnose (Welcher der geneigten Edelfedern war wohl in den vergangenen Jahren in Arizona) den Konservativen zuzuschieben ist wirklich pietätslos.

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