Erst wenn die Potentaten aus der arabischen Welt und dem Iran verschwunden sind, wird es Frieden mit Israel geben. Erst dann werden die Völker nicht länger den Juden und den Amerikanern Schuld an ihrem Schicksal geben, sondern die Chance nutzen, mit der eigenen Hände Arbeit Wohlstand und Freiheit zu erreichen.

Dass die westliche Welt so lange Diktaturen in Saudi-Arabien oder Ägypten stützt, fundamentiert ein Gleichgewicht des Schreckens auf dem Rücken der Araber, die wir so in die Arme der Islamisten treiben. Die Situation erinnert fatal an 1989, als wie Domino-Steine ein Land in Osteuropa nach dem anderen die Freiheit eroberte und das Volk sein Schicksal in die Hand nahm. Niemand dort dürfte es schlechter gehen als zuvor und das gilt auch für die heute lamentierenden Ostdeutschen, denen wir durch die Daueralimentierung die Chance nahmen, es den Polen, Tschechen oder Esten gleich zu tun. Subventionen sind ein süßes Gift.

Mancher hat Angst vor der möglichen Islamisierung, schließlich sind die Moslembrüder in Ägypten die stärkste Oppositionspartei. Doch niemand weiß, wie sich das Wahlvolk entscheidet, wenn es eine Alternative hat, wie etwa den gemäßigten El Baradei. Die Demonstranten gehen nicht für religiöse Ziele auf die Strasse, sondern um endlich aus ihrer Armut und Perspektivlosigkeit zu finden.

Als ich vor ein paar Jahren mit meiner Familie eine Nil-Kreuzfahrt unternahm, konnte man zwischen Luxor und Assuam die mittelalterlichen Verhältnisse auf beiden Seiten des Flusses gut erkennen. In den Basaren und auf den Straßen gingen die Ägypter einem gehörig auf die Nerven, weil sie jeden anbettelten und versuchten, selbst für das überflüssige Begleiten über die Strasse noch Geld zu kassieren.

Ich beschloss seinerzeit, nicht so schnell wieder hin zu fahren. Ich gebe gerne, mag aber nicht ständig und überall von jedem Basari angerempelt werden. Das kann ich mir jetzt wohl noch mal überlegen. Bei den Pyramiden, in Kairo und Alexandria waren wir ja noch nicht.

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