Es gibt Schlagzeilen, denen kann man nicht ausweichen, auch weil sie von der vermeintlich seriösen Presse als soziologische Analyse getarnt den Voyeurismus von uns allen bedienen. Dazu gehört natürlich der Tod des Sex-Starlets “Sexy Cora”, deren barbusige Silikonfotos man nun auch noch honorarfrei abdrucken kann. Bei dem Versuch, ihre Oberweite jenseits aller Körbchengrößen mit weiteren Implantaten aufzupumpen, ist die Frau dem gewissenlosen Schönheitschirurgen und seiner Anästhesistin unterm Messer weggestorben.  Damit steht sie RTL für ein Big-Brother Recycling im Dschungelcamp 2011 nicht mehr zur Verfügung. Ein bisschen Schwund ist halt immer.

Bevor sich wütende Kommentatoren einschleichen, es ist immer traurig wenn ein Mensch stirbt. Ein herber Verlust muss es für den Gatten sein, der – wie die Welt schreibt – sie anregte, 200 Männer oral zu befriedigen, um das ganze dann per Video im Netz zu vermarkten. Der armen blieb aber wohl irgend was im Halse stecken, weshalb sie frühzeitig passte.

Trotzdem schaut Fernsehdeutschland – ich auch und natürlich nur wegen der tatsächlich amüsanten Moderationen – heute abend “Ich bin ein Star, holt mich hier raus”, obwohl man von den Teilnehmern der Veranstaltung mit Sicherheit nur sagen kann, dass es sich nicht um Stars handelt, sondern um abgehalftete Z-Promis, die im besten Fall auch ihre besten Zeiten schon lange hinter sich haben und im Zweifel nicht einmal die Casting-Show, die sie anno dazumal bekannt machte, gewonnen hatten.

Natürlich braucht der Boulevard Kanonenfutter. Immer neues, denn wie man sieht, ist es vergänglich. Jede Nation bekommt die Elite, die es bekommt. Wir haben eben Jakob Augstein und Sarah Knuppik. Oder heißt die Knappik.

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