Die Substanzlosigkeit der vermeintlich bürgerlichen Regierung wird mittlerweile alltäglich voraus. Ein FDP-Gesundheitsexperte fordert deFacto das Verbot der Kinder-Menüs bei Mcdoof und der Verkehrsminister will die Autofahrer nach Kfz-, Öko-, Mehrwert- und Mineralöl ein viertes Mal zur Kasse bitten, um die staatliche Daseinsvorsorge zu garantieren: Die Schlaglochfreiheit deutscher Strassen.
Erwin Lotter(mann) will leider keine Herrenboutique in Wuppertal mit dem Papst aufmachen (Loriot), das hätte wenigstens zwei Probleme auf einmal gelöst. Der Mann ist “FDP-Gesundheitsexperte” und will die Kinder-Menüs bei den Fast-Food-Konzernen verbieten, die immer auch noch einen netten Mercandising-Artikel vom neuesten Kinderfilm in die Tüte packen. “Mehr Bürger statt Burger”, schließlich nimmt die Anzahl fettleibiger Kinder nicht nur in den USA zu, wo gerade ein entsprechender “Modellversuch” gestartet worden sei.
Zum liberalen Menschenbild, dachte ich, gehört tatsächlich der selbstbestimmte, mündige Bürger, der in der Lage ist, selbst zu entscheiden, was gut für sein Kind ist und was nicht. Und der aus eigener Verantwortung entscheiden kann, wie oft er mit seiner Familie McDonalds, Burger King oder Kentucky Fried Chicken besucht.
Deren Kindertüten haben übrigens in der Regel den Vorteil, dass sie nur wirklich kleine Portionen enthalten, die somit auch weniger zur potentiellen Fettleibigkeit beitragen könnten.
Natürlich würde es Sinn machen, in den Schulen Hauswirtschaft zu unterrichten und den Kindern und Jugendlichen das Kochen bei zu bringen, wie das früher durchaus der Fall war. Das würde tatsächlich neue Erkenntnisse bringen.
Noch dreister ist natürlich der Bundesverkehrsminister. Der Autofahrer hat nämlich schon für schlaglochfreie Pisten bezahlt. Nur Herr Ramsauer und die seinen haben das Geld einfach für etwas Anderes ausgegeben, etwa für die völlig zweckfreie Abwrackprämie, die satte 5 Mrd. € gekostet hatte. Ihn jetzt noch mal zur Kasse zu bitten, ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.
Dieser Regierung fehlt es in den Ministerien und im Parlament an qualifiziertem Personal mit einem gefestigten Weltbild. Dass die Opposition wahrscheinlich die vergleichbare Unfähigkeit mit falschen Ideologien kombiniert, macht die Sache nicht wirklich besser.






3 comments
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17. January 2011 at 21:25
Filterblog » “Bürger gegen Burger”
[...] [via Freunde der offenen Gesellschaft] [...]
17. January 2011 at 21:31
RichardT
hab ich per E-mail und Abgeordnetenwatch gefragt.
Der Kerl ist einerseits eine Schande aber andererseits sehr passend für die heutige FDP!
Sehr geehrter Herr Lotter,
ein Mitglied der liberalen partei spricht sich für ein Verbot von Kindermenüs bei McDonald aus.
ich bin nicht Mitglied Ihrer Partei, vielleicht habe ich gerade deshalb eine einfache Lösung für das Problem gefunden.
ich hab mir den Inhalt angesehen, die Spielzeuge kritisch betrachtet und nach dem 2. kindermenue gabs kein weiteres mehr.
Wenn wir jetzt zu McDonald gehen gibts keine Menues sondern Einzelkäufe.
Jetzt meine Frage, Sollte die FDP nicht für Eigenverantwortung stehen anstatt den Bürgern mehr und mehr Vorschriften zu machen.
Halten Sie uns wirklich für zu dumm selbst herauszufinden was gut und was schlecht für uns ist?
17. January 2011 at 21:56
Alreech
man, jetzt lasst Ihn doch mal die Kindermenüs verbieten.
Wenn’s nicht wirkt verbieten wir danach eben etwas Anderes.
Irgendwann muß so ein Verbot ja mal klappen, oder ?