Seit Wochen kriselt es auf der koreanischen Halbinsel. Auf den ersten Blick ist die Lage völlig klar: Der Süden prosperiert, die Bürger sind frei und wählen sich ihre Regierungen. Das Erfolgsmodell westliche Demokratie gepaart mit dem Kapitalismus wirkt. Die Clique aus Pjöngjang hingegen lässt ihre Untertanen Baumrinde und Wurzeln fressen. Elektrizität gibt es selten und die meisten Nordkoreaner können von einer Email-Adresse nur träumen.

Kim Jong Il und seine Spießgesellen haben sich eine Atombombe beschafft, mit der sie regelmäßig dem Süden drohen. Sie versenken südkoreanische Schiffe und haben zuletzt ihre Artillerie auf eine Insel feuern lassen und zahlreiche Südkoreaner wurden getötet. Nun  kann der Süden mit unterschiedlichen Maßnahmen auf diese kriegerischen Akte reagieren:

  1. Die Kriegserklärung. Die Taten der Regierung in Pjöngjang würden einen Angriff mehr als rechtfertigen, aber die Verluste wären höchstwahrscheinlich gigantisch.
  2. Stärke zeigen. Die aktuellen Manöver der Südkoreanischen Armee und der Amerikaner demonstrieren Pjöngjang, dass ein Massenheer gegen moderne Kriegstechnik nicht gewinnen kann.
  3. Einknicken. Der Kotau des Südens vor dem Norden würde kurzfristig für Entspannung sorgen, aber schon die nächste Forderung Pjöngjangs könnte wieder Menschenleben fordern.

Spiegel Online ist natürlich für die letzte Möglichkeit und titelt: Südkorea will wieder scharf schießen. Sollte Seoul also plötzlich zu Asche zerfallen, steht der wahre Täter für die Leser der kritischen Begleiter der Weltpolitik (Spiegel, taz, SZ, FR) bereits fest.

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