Die Linkspartei sehnt sich noch heute nach den revolutionären Zuständen, die Deutschland in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg prägten. Und so kommen die alten und neuen SED-Kader immer wieder mit Vorschlägen aus ihren Löchern, die nicht nur unglaublich doof sind, sondern auch einen Einblick in die rechtliche und geschichtliche Leere linker Hirne gewähren. Die neueste Idee: Adelstitel abschaffen.

Ziel dieser Idee ist der Verteidigungsminister, der dem linken Establishment sowieso ein Dorn im Auge ist, und SED-Küken Kipping meint: “In Österreich hat man 1919 die Adelstitel abgeschafft. Es ist an der Zeit, dass wir das auch in Deutschland tun.” Damit hat Kipping für dieses Jahr ihr Soll an linker Folklore erfüllt, steht gleichzeitig aber als rot gefärbte hohle Nuss da – genauso wie die Süddeutsche, die der Dame ein Forum für ihren Unsinn geboten hat. Denn auch in Deutschland gibt es seit 1919 keinen Adel und keine Titel mehr. Wenn jemand “von Tupfingen” heißt, dann ist das nur sein Name und sagt rein gar nichts über seinen Stand aus.

Vielleicht will Kipping ja auch nur die zahlreichen “vons” und “zus” aus den Namen streichen, mit welcher Begründung ist nicht ganz klar. Tatsächlich dürfen diese Zusätze in Österreich nicht mehr im Namen geführt werden, was im Falle eines Otto von Habsburg aber ziemlich egal ist – seine Abstammung kennt trotzdem jeder Österreicher.

Ein prominentes Mitglied der Partei Katja Kippings war Karl-Eduard von Schnitzler. Dieser Mann war nicht nur in einer Zeit geboren, in der er tatsächlich dem Adelsstand angehörte, er war angeblich sogar ein unehelicher Ururenkel Kaiser Friedrich III. Aber Schnitzler hatte mit seinen Vorfahren wirklich nichts mehr gemein und nur sein Name erinnerte an den Stand seiner Vorväter. Wenn ein von Schnitzler seinen Namen behalten durfte, dann darf es ein zu Guttenberg ebenso. Denn trotz aller linker Agitation handelt es sich juristisch um nicht mehr als ein paar Namen. Und Ressentiments gegen die Träger solcher Namen sind nichts weiter als hohler Populismus.

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