Der Australier Julian Assange ist in kurzer Zeit zu einer der berühmtesten Personen dieses Planeten geworden und sorgt in seiner Rolle als Aushängeschild der Gruppe “Wikileaks” für täglich neue Schlagzeilen. Und da die bisherigen Veröffentlichungen vor allem darauf abzielten, die USA in die Pfanne zu hauen, waren sich die Medien schnell einig, dass die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange ein Trick des CIA sein müssen. Nun wurde das digitale Gespenst in London verhaftet und seine Anwälte bemühen sich nach Kräften, eine Auslieferung nach Schweden zu verhindern. Wahrscheinlich wissen sie genau, was sie tun, denn in Schweden sind die Strafen für Vergewaltigung, den Versuch oder die Androhung derselben recht hoch.

Spiegel Online hat die bisher bekannten Fakten für seine Verhältnisse ziemlich nüchtern in diesem Artikel aufgeführt und sie lassen bereits einige Schlussfolgerungen zu, die ein weiteres Puzzleteil im Psychogramm des “digitalen Che Guevara” darstellen. So handelte es sich bei den beiden Frauen, die Assange vergewaltigt haben soll, um Groupies. Beide wollten Sex mit Assange, das vermeintliche Abenteuer mit ihrem Helden scheint sich dann aber in einen Alptraum verwandelt  zu haben. Als die beiden Frauen sich trafen und feststellten, dass sie beide mit Assange im Bett waren, gingen sie zur Polizei. Was Assange konkret gemacht hat, scheint in dem Artikel ebenfalls durch:

“Der Streit drehte sich offenbar um den Gebrauch von Kondomen.”

Vermutlich wollte Assange keine Kondome benutzen.

Julian Assanges Verständnis von Informationsfreiheit ist gelinde gesagt merkwürdig, denn in einer solchen Sicht gibt es keinen Platz mehr für Vertrauliches oder Privates. In einem Fernsehinterview (Ausschnitt bei der Daily Show 4:42) betonte Assange den persönlichen Antrieb hinter den Enthüllungen (“It is deeply personally [...] I like crushing bastards”). Diese Haltung scheint der Australier auch auf sein Sexualleben anzuwenden: Ist die Frau im Bett, dann versucht er sie zu “crushen”, damit sie zustimmt, ohne Kondome zu vögeln. Freiheit für Informationen bedeutet für Assange auch die Freiheit von genetischen Informationen, die sich schließlich auch in seinem Sperma finden lassen. Und da Frauen nicht gehackt werden können, müssen andere Wege gefunden werden, um sie zu überzeugen.

Blöd nur, dass es dagegen auch noch Gesetze gibt.

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