Und täglich grüsst die Schuldenkrise. Auch wenn es sich anders anhört: Auch beim permanenten Rettungsmechanismus bleibt die Haftung privater Gläubiger außen vor. Die sollen erst in die Bütt, wenn die “Insolvenz” kurz bevor steht. Um die aber gar nicht eintreten zu lassen, wurden Rettungsschirm und -mechanismus erst erfunden. Und so wurde aus einer Währungsunion eine Scheinversicherung auf Gegenseitigkeit. Denn letztlich wird die Kreditwürdigkeit “guter” Gläubiger auf Dauer dadurch herabgesetzt, wie sie ihren Kopf für die schlechten hinhalten.

Hoffnungslos stimmt einen dabei der Auftritt des Bundesministers der Finanzen in Funk und Fernsehen, der die Spekulation mit Staatspapieren und vor allen Dingen Kreditversicherungen für unerklärbar und irrsinnig hält. Dabei ist die Erklärung ganz einfach. Zunächst haben die Banken zuviel Geld und wissen gar nicht was sie mit der Scheinwährung anfangen sollen. Da lohnt es sich, auf die PIIG-Staaten zu setzen, dort die Zinsen und die Risikoprämien hoch zu halten und auf diese Weise eine schnelle Mark zu machen.

Dabei ist das ein sicheres Geschäft, weil irgendwann der Rettungsschirm kommt. Dann haben die Anleger ihr Geld schon verdient.

About these ads