Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Spanien, Portugal und mindestens Italien unter den “Rettungsschirm flüchten”, um den Buchwert der Staatsanleihen in den Bilanzen der europäischen Banken zu retten und die jeweiligen Staaten von einer Nachschußpflicht aus den nationalen Bankenrettungsprogrammen zu befreien. Ob das Währungssystem die Aktion überlebt, ist fragwürdig, weil irgendwann offenbar wird, dass die guten Schuldner wie Deutschland und Österreich mit den “Garantien” deutlich übernommen haben. Gleichzeitig schwindet das Vertrauen in die vermeintliche Allmacht des Staates, weil deren Lenker “auf Sicht” fahren und die wahren Gründe nicht erkennen.

Die Sache ist nur durch einen ordentlichen Crash zu bereinigen, wobei nicht die Frage besteht, ob der kommt, sondern nur wann und in welchem Umfang er die “Realwirtschaft” betrifft.

Dabei ist die EURO-Krise kein singuläres Ereignis. Auch der Dollar ist in dieser Form nicht überlebensfähig und wird nur von den Chinesen vor dem Absturz gerettet, weil die so viele amerikanische Staatsanleihen haben, die sie allerdings jetzt an die amerikanische Zentralbank verkaufen könnten.

Die Spekulanten sind nicht die Bösen sondern Mittelding zwischen Seismograph und Katalysator. Sie zeigen an, wo Verwerfungen entstanden sind und verstärken auf diese Weise die ohnehin unvermeidliche Entwicklung.

Sie zwingen die Staaten so, die Ungleichgewichte zu verändern und Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu sanieren, die sie sonst nie ergreifen würden, weil der Widerstand in der Bevölkerung zu groß wäre und – wie jetzt bei den Iren – die Wiederwahl in Gefahr stünde.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

 

 

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