Der Rettungsschirm rettet nicht vor den Spekulanten sondern sichert gerade mal etwas mehr die Hälfte der Anleihen, die binnen der nächsten 12 Monaten refinanziert werden müssen.  Dabei werden schlechte Schuldner durch etwas bessere ausgetauscht. Die schlechter eingestuften Länder wie Portugal oder Irland werden sich über Deutschland, Benelux und Frankreich Geld billiger leihen, das sie sonst gar nicht bekämen.

Das stand hier am 21.Mai 2010 zu lesen. Wer sehenden Auges ist, für den kommt die Entwicklung am Markt für Staatsanleihen nicht überraschend.

Mit der Griechenland-Rettung und dem Rettungsschirm haben die EURO-Staaten einen falschen Anreiz gesetzt. Sie kaufen den Investoren ihr Risiko ab, im Gegenzug erhalten die geringere Zinsen. Das funktioniert aber nur solange, wie die “Investoren” erwarten, dass das Risiko dadurch sinkt.

Je mehr Länder aber unter den Rettungsschirm schlüpfen, desto höher steigt das Risiko, dass der gar nicht genug Sicherheiten hat, um zu garantieren. Dann steigen auch für den “Stabilisierungsfonds” die Zinsen und auch für die Länder, für die bisher ein niedriges Risiko gesehen wurde, also für Deutschland.

Wenn wir nämlich tatsächlich für die Schulden Griechenlands, Irlands, Spaniens, Portugals und Italiens garantieren, dann reicht der Außenhandelsbilanz-Überschuss dafür auf Jahrzehnte nicht aus.

Dann fallen auch die Kurse für Papiere des Rettungsfonds und der “guten Schuldner”. Im Gegenzug steigen die Zinsen. Die nützen den Banken, die das fiktive Geld geliehen haben, aber nichts, weil sie den Wert der Anlagen in den Bilanzen senken müssen. Dadurch entstehen Verluste. Um die auszugleichen stehen sie dann in Deutschland wieder bei der Soffin an, um Staatshilfen zu bekommen. Die Soffin leiht sich dann wieder über den Bund am Kapitalmarkt, also just bei den Banken, für die sie das Geld braucht, selbiges. Dadurch steigt die Staatsverschuldung, das Risiko die Zinsen und die Werte der Staatspapiere in den Bilanzen sinken. Weshalb die Banken wieder bei der Soffin anstehen werden.

Der Teufelskreis ist ein Dilemma. Die Gläubiger, die den Staaten zuviel Geld geliehen haben, müssen die Konsequenzen tragen und ihre Verluste offen ausweisen. Wenn ein oder zwei Banken darüber über die Wupper gehen, nun denn.

In zwei Jahren müssen rund 2 Billionen € von allen Euro-Ländern refinanziert werden. Das ist ein Drittel dessen, was sie insgesamt auf den Kapitalmärkten aufgenommen haben. Bis dahin endet die Vollkasko-Versicherung für die Banken, die jetzt schon wieder versuchen, die Politik zu erpressen, das Risiko weiter zu übernehmen.

Merkel hat Recht, wenn sie das Selbstverständliche fordert. Wer anderen Geld leiht, muss mit dem Risiko leben, dass er es nicht  oder nicht alles zurück kriegt. Dafür kassiert er die Zinsen.

Das Problem der Banken ist aber, dass sie die Staatspapiere in den Büchern haben und abwerten müssten. So entsteht ein Verlust, selbst wenn sie alles auf Heller und Pfennig zurück bekommen.

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