Im Rahmen des Rettungsschirms subventionieren die Staaten, die niedrigere Zinsen am Kapitalmarkt zahlen müssen, die, die höhere berappen. Deutschlands Staatsanleihen brauchen nur rund 2%, Irlands ca.  8. Leihen sich die Iren jetzt Geld beim “Rettungsschirm”, dann leiht der es sich zum Preis der deutschen und schlägt dabei ein, zwei Prozent auf. So halbiert sich der Preis für die Iren, weil der Rest Europas dafür garantiert. Aber dafür bekommt der ja eine Risikoprämie. Und selbst bei einem “haircut” würden die Iren ja nur einen Teil ihrer Schulden nicht zurückzahlen. Dabei liegt alles bei den Iren anders als bei den Griechen. Die waren zu schlecht, die Iren zu erfolgreich. Niedrige Steuern und Löhne lockten viele Unternehmen nach Irland. Der Computerbauer Dell schraubt seine europäischen Modelle dort zusammen, es gibt unzählige Call-Center, Software und Dienstleistungsunternehmen, die anders als die Industrie nicht die Chance haben, aufgrund von Anlagen und Maschinen Abschreibungen zu generieren und ihre Steuerlast so zu reduzieren.

In den vergangenen 20 Jahren ging es den Iren, die es jahrzehntelang aus blanker Not in´s Ausland trieb, so gut wie nie. Und das haben sie sich selbst erarbeitet. Aber jeder Boom hat auch seine Schattenseite. Die Preise steigen. Und das galt wohl insbesondere für die Immobilien.

Gleichzeitig entdeckten die Banken den steuersparenden Standort. Das HRE-Debakel fand fast ausschließlich bei der irischen Tochter DEPFA statt, die man extra dorthin ausgelagert hatte. Und die Zweckgesellschaft, die die staatliche IKB in die Pleite trieb, sass in Irland. Wenn ich mich recht erinnere, hatten auch diverse deutsche (staatliche) Landesbanken ihre schmutzigen Fingerchen in Dublin.

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