Ich bleibe dabei. Es war kein Fehler, Saddam Hussein davon zu jagen und später vor Gericht zu stellen. Ein Volk wurde befreit und die Gewalt wurde öffentlich. In einer arbeitsteiligen Welt ist die Durchsetzung der Menschenrechte obligatorisch. Trotzdem wurden in der Umsetzung Fehler gemacht.

George Bush wird in den Geschichtsbüchern anders dastehen als in der öffentlichen Meinung. Besser. Hätte er richtig durchgehalten, es wäre ein Exempel statuiert worden, dass nicht nur Gaddaffi in die Knie gezwungen hat.

Die Wiki-Leaks Dokumente über den Irak-Krieg verzerren dabei das Bild. Jeder Krieg ist furchtbar. Immer kommt es zu Überschreitungen und Menschenrechtsverletzungen, zu Toten unter den Zivilisten und offensichtlich auch zu Folterungen. Das wurde offensichtlich so sauber dokumentiert, dass es heute ins Internet gestellt wurde.

Saddams Morde, Folterungen und Vergasungsaktionen interessieren Wiki-Leaks offensichtlich nicht so sehr, während bei den Selbstmordattentaten CNN kurz nach der Explosion auf Sendung geht.

Trotzdem war die Taktik falsch. Unter dem Eindruck des Vietnam-Krieges und anderer Abenteuer hatte Colin Powell die nach ihm benannte Doktrin entwickelt: Fang den Krieg erst an, wenn Du ihn sicher verdienst.

Statt Kräfte zu sammeln und dann das ganze Land in einem Beritt einzunehmen und von versprengten Alt-Husseinisten bis Al Quaida einzunehmen, hat man sich auf ein paar groß Städte konzentriert und dem Terror den Rückzugsraum gelassen. Afghanistan lässt grüssen.

 

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