In der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen wird sich die Grüne Jugend dieses Wochenende ein neues Programm geben. Angesichts der Höhenflüge, die die Ökologisten zu Zeit von BaWü bis Berlin erleben lohnt es sich ein Blick auf die Pläne, welche die NachwuchsbaumknutscherInnen für die Zukunft unserer Bundesrepublik und, typisch deutsch, die ganze Welt haben. Freunde von Utopia und bekennende Wolkenkuckucksheimer werden nicht enttäuscht:

Der 52-seitige Programmentwurf fordert unter anderem “das Ende des Kapitalismus”. Offenbar haben die JunggrünInnen noch nicht gemerkt, dass die Abkehr von “betriebswirtschaftlichen Logiken wie Effizienz, Kostensenkung und Gewinnmaximierung” in “den zentralen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge” haargenau das beschreibt, was in der deutschen Politik schon viel zu lange Realität ist. Man/frau fordert eine “solidarische Ökonomie”, die vor allem auf zweierlei basieren soll: Der Zerschlagung der großen Energiekonzerne und, auf globaler Ebene, einer “(klein)bäuerliche Landwirtschaft in der nicht nur Ertrag und Gewinn zählen”. Vorbild sind offenbar die ärmsten Länder dieser Erde, in denen Subsistenzbauern statt für den bösen Markt nur für das karge Überleben ihrer Familie schuften. Und wenn die Ernte einmal ausbleibt, dann wird eben gehungert.  Kontraintuitive Gesellschaftstheorie auf höchstem Niveau.

Wie die Integrationspolitik der kommenden grünen Kleinbauernrepublik aussehen soll wird auch klar gestellt: Es wird keine geben, “Integration, nein Danke!” Oder halt, irgendwie schon: Die “weiße Mehrheitsgesellschaft” braucht nämlich eine “Diskussion über Integration in die Gesellschaft”. Man muss vermutlich Mitglied im elitären Kreis der grünen JungsoziologInnen sein um sich vorstellen zu können wie eine Gesellschaft darüber diskutiert sich in sich selbst zu integrieren.

Beherrscht werden wir dann übrigens von einer Art “Weltregierung” unter Führung der UN-Generalversammlung, die aber mehr ein  “Parlament der Vereinten Nationen” werden soll. Angesichts der vielen Autokratien und Diktaturen, die sich in den von kulturimperialistischen Vorstellungen wie der Universalität der Menschenrechte noch unbeleckten Regionen unseres Planeten tummeln, könnte das ganze vielleicht weniger demokratisch ausfallen, als sich das die WeltregierungschefInnen in spe so vorstellen.

FdoG wurde auf verschlungenen Wegen der brandneue und noch unveröffentlichte Imageclip der grünen JungrevolutionärInnen zugespielt. Dieses Meisterwerk der politischen Kommunikation fasst die ganze Botschaft des Bundeskongresses in 2:29 Minuten zusammen.

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