Entweder es handelt sich um eine PR-Veranstaltung oder sie verstößt gegen die Verfassung. Denn die Versammlung verfügt über keinerlei Mandat. Die “S21 – Gegner” haben sich mit der Macht der Strasse und Kastanienwürfen dorthin katapultiert. Der in Elternzeit befindliche Grüne Oberbürgermeister Palmer, der gerne Oberbürgermeister in Stuttgart wäre, nutzt die Veranstaltung zum Wahlkampf. Die besseren Argumente hat die Bahn.

Anfang der Neunziger Jahre bin ich beruflich im Jahr 70.000 km mit dem Auto gefahren und auch innerdeutsch viel geflogen. Das hatte zwei Gründe: Es gab bis 1992 de Facto  nur Auto- und keine Mobiltelefone. Wenn ich unterwegs erreichbar sein wollte, blieb mir nichts anderes übrig. Und die Eisenbahn war schlicht zu langsam. Anfang der Neunziger brauchte der Intercity von Düsseldorf nach Bahnhof Zoo rund acht Stunden. Das war ein ganzer Arbeitstag. Und die Akkulaufzeiten der Notebooks waren so kurz, dass man sich die Zeit mit gelegentlichen Besuchen im Speisewagen vertreiben konnte.

Heute braucht man auf derselben Strecke im ICE die halbe Zeit und es gibt Steckdosen, die die Akkulaufzeit verlängern. Dass die Telefone so handhabbar geworden sind, geht nicht auf Kosten der Bahn. Man kommt heute selbst aus Nürnberg schnell weg, sei es nach München, Hamburg oder Berlin. Wo Schnellbahnen vorhanden sind, kann man so problemlos an einem Tag eine Differenz von 500 km hin und zurück überwinden.

Die Schnellbahn Stuttgart – München schließt da eine Lücke, die ich persönlich selten nutzen werde. Für alle Süd- und Westdeutschen, Franzosen und Schweizer macht das Sinn, insbesondere weil auch noch die Messe und der Flughafen eingebunden werden kann.

Die Diskussion, die sich entfaltet ist detailreich und endet immer in derselben Sackgasse: Die einen glauben den anderen nicht, was die sagen.

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