Frank Schäffler im Deutschlandfunk habe ich heute morgen gehört. Er sollte zum “liberalen Aufbruch” interviewt werden. Wurde er aber nicht. Das findet Daniel Bahr schrecklich. Leider bietet Twitter nicht genug Zeilen, damit Schäfflers Parteifreund darstellen kann, worin nach seiner Ansicht das Dilemma des “liberalen Aufbruchs” besteht. (Alle Links beim A-Team) . Mittlerweile hat die FDP-Parteiführung gar SPON in Stellung gebracht, um aus Scheffler den “Sarrazin” der FDP zu machen und die Mitglieder des “liberalen Aufbruchs” als weltfremde Radikalliberale zu geißeln. So macht man Unterstützer im Vorfeld mundtot und rettet den Wohlfühlliberalismus.
Seit ich 1989 SWF3 Land verließ, gehören die “Informationen am Morgen” im Deutschlandfunk zu meinem alltäglichen Stammprogramm. Damals gab es noch kein Frühstücksfernsehen und Otto Graf Lambsdorff trieb mit dem Telefonhörer in der Hand Helmut Kohl frühmorgens die Zornesröte in´s Gesicht. Als Pressesprecher habe ich meinen Auftraggebern das Format auch immer empfohlen und konnte den ein oder anderen auch dort unterbringen.
Früher war das Markenzeichen das ausführliche Interview, in dem der Befragte auch einmal Gelegenheit hatte, etwas ausführlicher Stellung zu nehmen und seine Sicht der Dinge darzustellen, nicht ohne vom Moderator kritisch hinterfragt zu werden.
Heute steht dagegen nicht die Auffassung des Interviewten im Vordergrund. Vielmehr scheinen die “Moderatoren” sich im Vorhinein darauf festgelegt zu haben, welche konkreten Antworten sie erwarten. Wenn die nicht kommen, wird die Frage einfach wiederholt.Gerne mehrmals. Aus dem besonnenen Stil ist darüber eine hektische Gesprächsführung geworden, die dem Befragten so gut wie keine Chance gibt, seine Meimung zu erläutern.
Das trifft nicht nur Frank Schäffler. Nur besonders gewiefte Interviewgäste lassen sich von dieser Taktik einiger Journalisten (manche sind nicht ganz so aggressiv) nicht aus der Ruhe bringen. Dann entsteht ein Gesprächsfaden und aus der Kontroverse wird die Auffassung des Interviewten deutlich.
Das Phänomen ist nicht neu. Und so kann man sich über den parlamentarischen Staatssekretär Daniel Bahr nur wundern, der das Interview schrecklich nennt und Schäffler dafür verantwortlich macht. Das ist durchsichtig und billige Polemik. Denn der hat als Bundestagsabgeordneter nur die Linie der Fraktion und Koalition verteidigt, die nicht seine ist.
Allerdings ist man in der Partei offensichtlich Bahrs Ansicht. Schäffler spricht aus, was die Wähler der Partei erwartet haben, als sie vor einem Jahr das Kreuz bei der FDP gemacht haben. Es gibt auch überhaupt keinen Grund, davon abzurücken. Der Lindnersche Wohlfühlliberalismus führt in die Verwechselbarkeit.
Vom “Liberalen Aufbruch” war überhaupt nicht die Rede. Man sprach von Westerwelle und der Brennelementesteuer. Schäfflerund den Seinen kann man nur raten: Lasst Euch den Schneid nicht abkaufen!






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