Als die Bundeskanzlerin im “Sommerinterview” kurzerhand die Bundesbank aufforderte, Thilo Sarrazin den Stuhl vor die Tür zu stellen, wäre ich vom selbigen gefallen, hätte der nicht links und rechts eine Lehne. Denn schließlich ist die Bundesbank “unabhängig” und staatsfern und hat keine Weisungen von der Bundesregierung zu erhalten und auch nicht auf den Bundespräsidenten, der sich ebenso zu der Sache einlässt. Die Fiktion der Staatsferne ist nach dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der Rentenversicherung ein weiteres mal zerstört. Die haben alle ihre schmutzigen Fingerchen drin. Überall.

Wäre der Kanzlerin nicht der letzte Hauch Fingerspitzengefühl dabei verloren gegangen, sie hätte dem Bundesbankpräsidenten kurzerhand eine ihrer berühmten SMS geschrieben. Dann wäre der Anschein gewahrt worden.

Dass Sarrazin seine private Meinung den Job kostet, ist ohnehin nicht vermittelbar. Denn die hat mit der Ausübung seiner Tätigkeit nichts zu tun. Der Versuch einer juristischen Konstruktion, er störe den Betriebsfrieden wird vermutlich vom Bundesgerichtshof kassiert. Weber ist dann wahrscheinlich schon Präsident der EZB (was die Sache nicht besser macht) und Merkel vielleicht schon abgewählt. Nur Patchwork-Wulff bewohnt wohl immer noch sein standesgemässes Anwesen in Berlin-Dahlem.

Ist mir schlecht.

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