Die Übermutter der Nation wird mir mehr und mehr zum Graus. Ihr Menschen- und Weltbild ist bestenfalls sozialdemokratisch: Sie weiß besser, was für die Menschen gut ist als diese selbst. Meint sie. Nun will sie das Arbeitslosengeld II erhöhen, um den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu genügen. Eltern kriegen aber für ihre Kinder kein Bares. Sondern Gutscheine, die “Teilhabe” und “Bildung” der Kinder fördern.
Unsere Öffentlichkeit ist längst ein Opfer der “scripted reality, die sich allnachmittäglich im deutschen Privatfernsehen ergießt. Aber schon vor Jahren wurden die Protagonisten der mittlerweile meist eingestellten “Talk-Shows” gegen Laiendarsteller ausgetauscht, die immer exotischere und absurdere Hypothesen vertraten, damit die Quote des Panoptikums stimmt. Auch die Gerichtsshows, die ihren Höhepunkt mittlerweile überstanden haben, beruhten aus der Kombination schlechter Drehbücher und Freiwilliger, die bereit waren, ihre schlechte darstellerische Leistung zur Schau zu stellen.
Mittlerweile werden Dokusoaps erfunden, die Familiendramen auf´s fürchterlichste inszenieren. Die Unterschicht ist live im Fernsehen zu besichtigen. Doch niemand weiß, ob die Obskuritäten Wirklichkeit sind. Das normale wäre viel zu langweilig.
Und so erhebt Ursula von der Leyen Generalverdacht gegen alle Hartz IV Empfänger. Das Geld für die Schulspeisung soll direkt vom Amt überwiesen werden und ansonsten gibt es am besten Gutscheine, die nur bei von der Arbeitsministerium zertifizierten Sportvereinen und Bildungseinrichtungen eingelöst werden.
Ob Eltern gut oder schlecht sind, ist keine Frage des Einkommens. Viele, die Hartz IV beziehen, reißen sich für ihre Kinder das letzte Bein aus. Es dürften weitaus mehr sein als die, die lieber in den Flachbildschirm als in Kita-Gebühren investieren. Der Generalverdacht, unter den von der Leyen die Mehrheit der Bevölkerung stellt ist bezeichnend.






3 comments
Comments feed for this article
31. July 2010 at 20:10
Stefan
Schlimmer finde ich da allerdings noch die Entmündigung. Die direkten Leistungen nehmen denjenigen die freie Wahl die für sich selbst sorgen können und entlasten diejenigen die nicht bereit sind für sich und ihre Kinder Verantwortung zu übernehmen.
So macht der allgegenwärtige “Mutti”-Staat denjenigen das Leben leichter die sich dumm stellen.
“Need” kann man eben leider leichter erreichen als “Ability”.
1. August 2010 at 02:01
Hayek
Das ist wirklich ganz, ganz schlimm. Wie die Gutscheine gelten nicht für Fastfood, Alkohol und Zigaretten?! Skandal.
2. August 2010 at 19:49
Neocool
Es wäre naiv zu glauben, dass Gutscheine und der damit einhergehende Paternalismus nur auf bestimmte Schichten angewandt wird. Ist für den Staat erst einmal eine Tür offen, so bleiben die nächsten auch nicht geschlossen.
Jeder Dummbatz Konservative, der sich darüber freut, der schaufelt sein eigenes Grab in die Unmündigkeit.