Die frühere Gesamtschullehrerin Sylvia Löhrmann ist heute Bildungsministerin Nordrhein-Westfalens und möchte ihren Job am liebsten gleich wieder abschaffen. Ein “Bundesschulgesetz” soll die deutsche Schullandschaft in ein gemeinsames Korsett quetschen und so für die oft beschworene “Gleichheit” im Bildungssystem sorgen.

Dieser Wunsch zeigt, dass Frau Löhrmann keine besonders gute Lehrerin gewesen sein kann. Denn in der Regel stöhnen Lehrer vor allem unter den Einmischungen von Außen, die ihnen einen angemessenen Umgang mit Schülern und Lehrplänen oftmals unmöglich machen. Zahlreiche Behörden versuchen schon jetzt, den Schulen alles vom Zahnputzbecher bis zum Oktavheft vorzuschreiben, nehmen den Lehrern und der Schulleitung stückweise Kompetenzen ab und hinterlassen ein zombieartiges Kollegium, das nicht mehr Herr im eigenen Haus ist. Diesen Zustand will Frau Löhrmann mit ihrer Idee noch verschärfen: Statt den Bezirksregierungen und Kultusministerien soll nun ein Schulministerium von Berlin aus ein bildungspolitisches Regiment führen, das die Bildung von Dithmarschen bis Konstanz unter die Knute einiger Berliner Spitzenbeamte zwingen solll.

Anstatt den Schulen endlich die Selbstständigkeit zu geben, die sie benötigen, sollen sie mehr denn je zu Geiseln der großen Politik werden. So kann effizienter an ihnen herumgepfuscht werden, um ideologische Vorstellungen zu erfüllen. Die Politik sollte sich endlich aus dem Bildungswesen heraushalten, besser wird es durch mehr Einmischung offensichtlich nicht.

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