91.000 Seiten geheime Papiere über den Afghanistan-Krieg hat man veröffentlicht. Gleich drei internationale Medien von Rang haben daraus ihre Schlüsse gezogen und sind nicht unbedingt zu bahnbrechenden neuen Erkenntnissen gekommen. Ein Gewnner steht schon jetzt fest: Der Name Wikileaks ist jetzt selbst Internet-Abstinenzlern geläufig.

Das kolportierte Ergebnis lässt sich in drei Punkten zusammenfassen.

1. der pakistanische Geheimdienst unterstützt die Taliban mit Waffen.

2. Eine US-Einheit ist darauf abgestellt, Taliban-Führer gezielt zu töten.

3. Diese Einheit operiert auch in Kunduz (dem deutschen Zuständigkeitsbereich).

Der erste Punkt war vorstellbar aber nicht bewiesen. Aber er ändert an der Gemengelage nichts grundsätzliches. Punkt zwei und drei dagegen sind wenig überraschend. Erstens befindet man sich mit den Taliban im Krieg. Und zweitens haben wir doch immer wieder davon gehört, dass bei Attacken auf einzelne Anführer die Zivilbevölkerung unbeabsichtigt zu Schaden gekommen sei. Nicht nur in Afghanistan aber selbst in Afghanistan.

Der Erkenntniswert der Wikileaks-Aktion bewegt sich also im reziproken Verhältnis zum PR-Effekt. Und die Nebenwirkung, dass nichts gut ist in Afghanistan (Käßmann), lässt sich nebenher auch projezieren, ohne dass sich die Sachlage notwendigerweise irgendwie geändert hätte.

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