So hieß der Titel einer Fernsehserie, in der das vorkam, wases  in der DDR aufgrund der hohen menschlichen Güte der sozialistischen Menschen gar nicht gab: Verfehlung und kriminelle Energie. So gerierten sich auch die “Verantwortlichen”, die sich gerade eben zu den entsetzlichen Vorgängen im Eingangsbereich der Duisburger Love-Parade äußerten. Zu Einzelheiten keine Aussagen: “Bitte warten Sie das Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen ab.” Ansonsten waren die 19 Toten und 340 Verletzten selbst schuld, hatten sie sich doch nicht an das hervorragende Sicherheitskonzept gehalten, dass der “Panikforscher Schreckenberger” (was für ein Name zum Beruf), der Veranstalter, die Stadt Duisburg und die Polizei ausgearbeitet hatten. Kein Wort der Entschuldigung oder des Selbstzweifels.

Überhaupt kann man nicht von 1,4 Millionen Menschen sprechen, sagte der Polizeipräsident von Schmeling. Schließlich habe die Bahn, die als hauptsächlicher Verkehrsträger von der Polizei vorgesehen sei nur 105.000 Menschen transportiert. Das Gelände sei für 350.000 Menschen vorgesehen und natürlich überhaupt nicht gefüllt. Die Polizei habe den Zugang bereits weit vor dem einzigen Ein- und Ausgang durch “Vereinzelungsstellen” geregelt, so dass der Druck auf den Tunnel gemildert wurde.

Man rühmt sich, immerhin einen zweiten Zugang bereits vor dem “Bekantwerden der Sterbefälle” geöffnet zu haben.

Die Sturheit der Verantwortlichen offenbart ihre mangelnde Eignung für das Management einer solchen Veranstaltung. Denn die setzt voraus, nicht stur an einem falschen Konzept festzuhalten, sondern schnell seine Fehler zu beseitigen.

Wer sich auch am Tag nach dem Desaster vor die Presse setzt und kein Wort der Entschuldigung über die Lippen bringt und sich immer wieder bei jeder konkreten Nachfrage mit dem Hinweis auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen herausredet, statt schnell und offensiv das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit, wie es zu einem solchen Drama kommen kann, zu befriedigen, macht sich zum zweiten Mal schuldig.

Die Toten sind schließlich Ergebnis einer übertriebenen Sicherheitshysterie. Hätte es – wie bei den Berliner Paraden – keine Absperrungen gegeben, dann hätte sich vielleicht die eine oder andere Schnittverletzung wegen einer Glasflasche ergeben.  Das ist beim Karneval in Köln auch nicht anders.

By the way: Auch die Berichterstattung war  mal wieder unter aller Kanone. Sobald etwas passiert, sind Nachrichtenjournalisten hoffnungslos überfordert.

About these ads