Mit aller Macht stemmt sich die FDP gegen ihren Niedergang in den Umfragen und das Spitzenpersonal der Liberalen überrascht die Republik mit einmaligen Vorschlägen. Dr. Erwin Lotter zum Beispiel: Der bayrische Abgeordnete will Kindern ihre Fettsucht austreiben und ihnen daher jegliches Fastfood verbieten. Lotter stammt aus Unterfranken, einer Gegend, die vor allem nicht für ihre leichte Küche bekannt ist. Dennoch hat es der praktizierende Arzt nicht auf Nürnberger Rostbratwürste, Sauerbraten oder Lebkuchen abgesehen. Nein, Pommes und Cheeseburger allein sind für die “Verfettung unserer Kinder” verantwortlich. Lotter ist besorgt und meint, dass

“ernsthaft die Frage aufgeworfen werden muss, ob Eltern wirklich eigenverantwortlich genug handeln oder ob die Politik hierauf als letzte Möglichkeit auch gesetzlich reagieren muss”

Ein merkwürdiges Freiheitsverständnis hat der unterfränkische Hinterbänkler. Die Politik, sprich der Staat und seine Vertreter, als ultima ratio in jeder Situation. Nicht mehr die Eltern sollen für die Ernährung der Kinder verantwortlich sein, wenn es für den Herrn Doktor zu viele dicke Kinder gibt, nein – das sollen Politiker übernehmen. Eine Doktrin, die in fast jeder Situation angewendet werden kann und dem Staat im Zweifel die absolute Macht über alles und jeden einräumt. Wie weltfremd Lotters Idee ist, zeigt ein Blick auf Teile des politischen Spitzenpersonals, das nur in einigen Ausnahmen durch besondere Sportlichkeit hervorsticht.

Ähnlich wie der Rentner Erwin Lindemann, der durch einen Lottogewinn kurzfristig zum Medienstar wurde und sich aus Versehen namentlich an den FDP-Abgeordneten annäherte, hatte nun auch Lotter seine fünf Minuten Ruhm und sollte sich nun wieder in den bequemen Alltag des Parlaments zurückziehen. Jeder, der selber entscheiden möchte, was er oder seine Schützlinge verputzen, wird es ihm danken.

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