Eine wirkliche Einsicht in das, was von der taz offenbar als Queer-Community betrachtet wird, habe ich nicht. Umso merkwürdiger mutet der Text einer gewissen Tülin Duman an, der Vorsitzenden des Vereins GLADT, der neben dem Artikel als “deutschlandweit die einzige unabhängige Eigenorganisation von queeren MigrantInnen” bezeichnet wird.

Für mich liest sich das ganze so: Es gibt gute und böse Schwule. Die bösen wollen sich der “Mitte der Gesellschaft” anpassen und damit Kriege in aller Welt und Rassismus gegen “MigrantInnen” unterstützen. Die guten Schwulen wissen, dass der Islam absolut gar nichts mit Schwulenfeindlichkeit zu tun hat, arbeiten mit “Gewerkschaften, sozialen Verbänden und der öffentlichen Verwaltung” zusammen und regen sich über die Tatsache auf, dass sich “Hartz-IV-EmpfängerInnen die Partyszene der Hauptstadt nicht leisten können”.

Mit anderen Worten: Alle Schwule, die nicht links sind, sind schlecht und machen sich an allen Ungerechtigkeiten dieses Landes oder sogar der ganzen Welt mit schuldig. Geht es darum bei dieser ganzen Debatte? Wenn ja, dann hat die ganze Sache gar nichts mit Homosexualität zu tun, sondern ist lediglich ein weiteres Kapitel im gutmenschlichen Kulturkampf, denn die gleichen Vorwürfe erheben Linke gegen den Großteil der Menschheit.

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