Der amerikanische Supreme Court hat entschieden, dass die Verfassung es jedem Amerikaner erlaubt, eine Waffe zu besitzen. Einige Bürger aus Chicago hatten gegen die strikten Gesetze gegen den Waffenbesitz geklagt und nun tatsächlich Recht bekommen. Damit ist der Amerikakenner, Amerikahasser und überzeugte “linksliberale” Marc Pitzke nicht einverstanden und tut dies, den Traditionen europäischer Primitivlinge als Cowboygetue ab. Aber leider offenbart der Artikel ein Problemchen, dass der große Journalist Pitzke nicht erkannt hat oder erkennen wollte.
Der letzte Absatz seines Textes soll nochmal richtig auf die Tränendrüse drücken, macht aber alle Argumente zunichte, die Pitzke irgendwelchen mysteriösen “Kritikern” oder prominenten Linken in den Mund legte:
Chicagos Bürgermeister Richard Daley zeigte sich dagegen “enttäuscht”. Die Waffengewalt in der Drei-Millionen-Stadt ist den letzten Monaten so explodiert, dass dies sogar Rufe nach der US-Nationalgarde provozierte. Auch am Wochenende kam es wieder zu Dutzenden Schießereien. Zehn Menschen wurden getötet.
Moment! Das Resultat des strengeren Waffengesetzes von Chicago ist der Ruf nach der Nationalgarde, weil sich plötzlich alle gegenseitig abknallen? Herr Pitzke scheint zu glauben, dass es sich bei diesen schießwütigen Personen um all jene handelt, die diesen umfangreichen Bedingungen entsprechen und eine Waffe in ihrem Haus in einem gesicherten Behälter aufbewahren dürfen. Da der Anstieg der Schießereien aber lange nach der Einführung des strengeren Waffengesetzes begann, kann davon ausgegangen werden, dass hier illegale und nicht ordnungsgemäß registrierte Waffen zum Einsatz kamen.
Was diese Waffen mit der Entscheidung des Supreme Courts zu tun haben, kann aber nur jemand erklären, der sich hauptberuflich mit der Schmähung seines liebsten Feindbilds beschäftigt.






1 comment
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29. June 2010 at 15:58
Donauwelle
Die Brutalisierung ist kein alleiniges Problem der USA:
Der Wirkungsgrad staatlicher Kontrollen ist eine Sache, die Menge der im Umlauf befindlichen Waffen eine andere. Streng genommen ist das nicht einmal in erster Linie ein außenpolitisches Thema, sondern der primäre Wirtschaftsfaktor im Wahlkreis des derzeitigen Bundestagsfraktionsvorsitzenden der Union. Auch wenn es hierzulande gegenwärtig keine Schußwaffenschwemme gibt, stellt sich daher die Frage ob die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Waffenhandel perspektivisch nicht weitaus destruktiver wirkt.