Joachim Gauck ist der eindeutig bessere Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Er ist einer der wenigen, die sich augenscheinlich noch daran erinnern können, dass das meiste doch schlecht war in der DDR. Und dass Freiheit das höchste Gut ist – nicht etwa Demokratie oder Gleichheit. Das hat er dem Sozialdemokraten mit CDU-Parteibuch Christian Wulff voraus. Dass Gauck sich zum Gegenstand geschickt-schmieriger Taktiererei von Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin macht, ehrt ihn allerdings nicht.
Wulff kann dabei nur gewinnen. Er kann auch in 10 Jahren noch Buprä werden. Gauck nicht, der wäre dann 80. Die Union würde den taktischen Sieg der Opposition negieren. Und an der Spitze der Bewegung stünde ein Mann, der schon mal einen deutschen Staat untergehen sah. Die Erfahrung kann nur helfen.
Es bleibt dabei. Die repräsentative Demokratie hat abgewirtschaftet. Aber, wie weiland Otto Graf Lambsdorff einst sagte: Wer den Teich trocken legen will, sollte nicht die Frösche fragen.






7 comments
Comments feed for this article
5. June 2010 at 14:47
Bernd Dahlenburg
Joachim Gauck ist der eindeutig bessere Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Er ist einer der wenigen, die sich augenscheinlich noch daran erinnern können, dass das meiste doch schlecht war in der DDR.
———–
Sehe ich auch so.
Bei manchen gehen aber Gauck oder Hubertus Knabe schon als “Sekundäre Antisemiten” durch – und ich auch, wenn ich zu deren Forschungsarbeiten stehe. Mangelhaft und falsch zitiert werden die beiden übrigens auch oft.
Ist ja auch furchtbar, den DDR-Faschismus als das zu benennen, was er war, nämlich ein brutales System, das Regimekritiker in Bautzen, Hohenschönhausen und abroad nach Belieben umgebracht oder in die SU verfrachtet hatte, damit sie dort auf Nimmerwiedersehen verschwanden.
Beste Grüße
Bernd
5. June 2010 at 15:12
lalibertine
Gauck weiß als ehem. Bürger einer Diktatur, dass die Amis Recht haben wenn sie sagen: Freedom is not for free.
5. June 2010 at 15:39
Popeye
Lesetipp:
http://zettelsraum.blogspot.com/2010/06/marginalie-also-wulff-vs-gauck-und-wo.html
6. June 2010 at 00:51
Horst
Zwar stimmt es, dass Gauck für SPD und Grüne auch taktisch eine sehr intelligente Lösung ist. Allerdings handelt es sich keineswegs um Schmiererei. In der Presse war überall zu lesen, dass Gabriel und Trittin Merkel rechtzeitig über die Personalie Gauck in Kenntnis gesetzt haben. Merkel hätte sich diesem Vorschlag anschliessen können. Hat sie aber nicht. Die Opposition erweist sich in dieser Frage eindeutig als integer und überdies staatstragender als die Regierung.
6. June 2010 at 14:41
Wulff-Wahl: Angst vor der Chefin schlägt Angst vor der Basis - LiberalHome
[...] sich aber liberal nennt, sollte wissen, was – laut den Freunden der Offenen Gesellschaft - für seinen (bisher) einzigen Konkurrenten um dieses Amt spricht: [Joachim Gauck] ist einer der wenigen, die sich augenscheinlich noch daran erinnern können, dass [...]
6. June 2010 at 14:41
Filterblog » Wulff-Wahl: Angst vor der Chefin schlägt Angst vor der Basis
[...] sich aber liberal nennt, sollte wissen, was – laut den Freunden der Offenen Gesellschaft - für seinen (bisher) einzigen Konkurrenten um dieses Amt spricht: [Joachim Gauck] ist einer der wenigen, die sich augenscheinlich noch daran erinnern können, [...]
6. June 2010 at 21:25
Alrik
Mal ehrlich, so wie CDU/CSU die FDP gerade verarschen könnte eine Wahl Gaucks auch ein klares Signal an die Koalition sein.