Aus den Augen, aus dem Sinn. Auch hier stand seit Ewigkeiten nichts über den Völkermord, der sich im Sudan abspielt, während ein mit immerhin internationalen Haftbefehl gesuchter Potentat sich wieder “wählen” lässt. Wenigstens der Verbrecher muß bei der nächsten UN-Vollversammlung zuhause bleiben und kann sich seine Entwicklungshilfe nicht per Staatsbesuch persönlich abholen, während die Gattin im Bundespanzer mit Escorte einen Teil davon gleich wieder im KaDeWe verprasst. Ausgerechnet der Trash-Filmer Uwe Boll nimmt sich des Themas an und setzt es auf die Agenda. Hingehen. Anschauen – nicht weg.  Bei Völkermord messen wir mit mindestens zweierlei Maß. Trifft es ein paar Schwarze in Afrika, ist die Sache schnell wieder aus den Schlagzeilen. Aber die Menschen sterben immer noch – sie werden niedergemetzelt und ermordet. Auf den Webseiten, in den Zeitungen, im Radio und Fernsehen findet sich nichts mehr davon. Wo keine Bilder, da kein Richter.

Menschenrechte sind unteilbar. Man kann sie nicht länger nur für den mitteleuropäischen Kontinent für allgemeinverbindlich erklären. Nur wenn sie in Kabul und Darfur gelten und durchgesetzt werden, aber auch in Peking und Tibet. Menschenrechte müssen in Zukunft den Vorrang haben vor dem Völkerrecht, das nur die Diktatoren, Mörder und Potentaten vor ihrem Volk schützt. Dass, Guido Westerwelle, wäre mal eine Aufgabe.

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