Von der galoppierenden Entwicklung können FdoG-Leser nicht überrascht sein. Die repräsentative Demokratie führt strukturell in die Insolvenz. Sie ist ein Anachronismus des 19. Jahrhunderts. Die Chance des Stimmenkaufs auf Pump fällt mit der Verantwortung, diese Schulden zurückzuzahlen auseinander. Die Gekauften oder deren Kinder und Enkel stehen dafür gerade, während die Mandatare ihren wohlverdienten Ruhestand genießen oder sich die Radieschen bereits von unten anschauen. Das ist kein griechisches, spanisches oder portugisiesches Problem, sondern ein Phänomen aller repräsentativen Demokratien. Alle Kreter lügen, sagt ein Kreter. Und wir sind alle Kreter.

Der Markt ist ein Ergebnis, Wettbewerb das Prinzip der Evolution. Der Staat ist dagegen eine menschliche Konstruktion. Das kaufmännische Rechnungswesen ist das Resultat dieser sozialen Entwicklung. Die staatliche Kameralistik dagegen eine paar Jahrhunderte alte Ausgeburt des Gehirns.

Derzeit masst sich die Politik an, mehr zu verstehen als das kumulierte Wissen der Märkte. Das muss scheitern.

Wer dauerhaft über seine Verhältnisse lebt, kann nicht denjenigen, der ihm das Geld dafür leiht, für Schulden und Zinslast verantwortlich machen. Wenn jemand Drogen nimmt, ist daran auch der Dealer nicht schuld.

Es sind nicht nur die PIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien), die in die Bredoullie geraten: Die Lehre aus der Schuldenkrise lautet, dass Staaten sich nicht unendlich verschulden können. Irgendwann platzt die Illusion, auch in Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. Das ist wie im Märchen: Des Kaisers neue Kleider.

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