Von der galoppierenden Entwicklung können FdoG-Leser nicht überrascht sein. Die repräsentative Demokratie führt strukturell in die Insolvenz. Sie ist ein Anachronismus des 19. Jahrhunderts. Die Chance des Stimmenkaufs auf Pump fällt mit der Verantwortung, diese Schulden zurückzuzahlen auseinander. Die Gekauften oder deren Kinder und Enkel stehen dafür gerade, während die Mandatare ihren wohlverdienten Ruhestand genießen oder sich die Radieschen bereits von unten anschauen. Das ist kein griechisches, spanisches oder portugisiesches Problem, sondern ein Phänomen aller repräsentativen Demokratien. Alle Kreter lügen, sagt ein Kreter. Und wir sind alle Kreter.
Der Markt ist ein Ergebnis, Wettbewerb das Prinzip der Evolution. Der Staat ist dagegen eine menschliche Konstruktion. Das kaufmännische Rechnungswesen ist das Resultat dieser sozialen Entwicklung. Die staatliche Kameralistik dagegen eine paar Jahrhunderte alte Ausgeburt des Gehirns.
Derzeit masst sich die Politik an, mehr zu verstehen als das kumulierte Wissen der Märkte. Das muss scheitern.
Wer dauerhaft über seine Verhältnisse lebt, kann nicht denjenigen, der ihm das Geld dafür leiht, für Schulden und Zinslast verantwortlich machen. Wenn jemand Drogen nimmt, ist daran auch der Dealer nicht schuld.
Es sind nicht nur die PIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien), die in die Bredoullie geraten: Die Lehre aus der Schuldenkrise lautet, dass Staaten sich nicht unendlich verschulden können. Irgendwann platzt die Illusion, auch in Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. Das ist wie im Märchen: Des Kaisers neue Kleider.






2 comments
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30. April 2010 at 11:32
Donauwelle
Es mag ja sein, dass die Überraschung darüber dass das Oktoberfest der Konjunkturspritzen sich als unhaltbare Fata Morgana herausstellt größer ist als man zugeben mag, aber war das Zeug denn so schlecht dass jetzt der Kater so groß ist?
3. May 2010 at 23:17
Schattenhaushalt
“Der Markt ist ein Ergebnis, Wettbewerb das Prinzip der Evolution.”
Halleluja.
“Wer dauerhaft über seine Verhältnisse lebt, kann nicht denjenigen, der ihm das Geld dafür leiht, für Schulden und Zinslast verantwortlich machen.”
Vergleich mal die Schulden der Staaten mit den Schulden der Privathaushalte und Unternehmen. Du wirst feststellen, dass die Staaten keineswegs abnormal schlecht wirtschaften. Sie haben bloß größere Probleme pleite zu gehen.
Das gesate Wirtschaftssystem, insbesondere seit es durch die Geldwirtschaft dominiert wird, beruht auf Schulden machen – eine Spekulation auf die Zukunft, die anscheinend stets nur Wachstum, Wachstum, Wachstum verheisst. Die Wachstumsreligion kommt nun an ihr Ende. Der Markt versagt. Wenn alle dummen Idioten darauf setzen, kurzfristige Vorteile herauszuschlagen, wenn sie sich verhalten wie die ganzen anderen dummen Idioten, dann geht´s halt bergab.
Am Ende verheisst nur der Staat Rettung. Denn der Markt garantiert bekanntermaßen weder Ruhe noch Ordnung, und schon gar nicht das Eigentum.