Wie sich die Bilder gleichen. Die Griechische Staatspleite muß verhindert werden, weil sonst der Euro in Gefahr geriete. Das Land ist “systemisch” und deshalb wirft man gutem schlechtes Scheingeld hinterher. Die Verantwortung der Kreditgeber und der Griechen bleibt dabei auf der Strecke und die Nachricht für alle Marktteilnehmer lautet: Solange das Rad groß genug ist, dass ihr dreht, werfen wir irgendeine virtuelle Notenpresse an, um den Verlust per Inflation auf alle Schultern zu verteilen. Die meisten der EU-Staaten, die den Griechen nun zur Hilfe eilen, sind genauso pleite. Das gilt übrigens auch für die Deutschen, die den größten Teil ihrer Schulden in Schattenhaushalten verstecken.
Auch hier haben nicht die Märkte versagt, sondern die Kontrollinstitutionen der Europäischen Union und des europäischen Amts für Statistik. Die von den Griechen gemeldeten Zahlen wurden schlicht einem Plausibilitätstest nicht unterzogen. Viele Wahrheiten über den griechischen Schendrian sind bei bloßem Auge sichtbar.
Die Spekulanten fördern nun die unbequeme Wahrheit zu Tage, in dem sie auf die Insolvenz wetten. Schon jetzt ist wahrscheinlich, dass das 45 Mrd. € Paket nicht das letzte sein wird und Griechenland wahrscheinlich auch nicht das letzte Land in der Eurozone, dass es in Anspruch nimmt.
Der richtige Weg hätte anders ausgesehen: Gläubiger und Griechenland hätten zunächst einmal eine Umschuldung vereinbaren müssen, bei der auch die Kreditgeber auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und einen weiteren Teil stunden. Sie alle haben nun die Chance, viel besser weg zu kommen. Gerät eine deutsche Bank wegen Griechenland dann in eine Schieflage, kämen endlich die unendlichen Mittel der staatlichen Bankenretter zum Zuge, die bisher sogut wie keine Privatbank gebraucht hat.
Die ständige Panikmache und der fortlaufend vorauseilende Interventionismus befreit die Marktwirtschaft von einem ihrer wesentlichen Elemente: Der Möglichkeit zu scheitern. Dass es das Geld, das zur Rettung eingesetzt wird, gar nicht gibt, spielt da schon fast keine Rolle mehr.






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27. April 2010 at 21:51
Eloman
“Auch hier haben nicht die Märkte versagt, sondern die Kontrollinstitutionen der Europäischen Union und des europäischen Amts für Statistik. Die von den Griechen gemeldeten Zahlen wurden schlicht einem Plausibilitätstest nicht unterzogen. Viele Wahrheiten über den griechischen Schendrian sind bei bloßem Auge sichtbar.”
Das hat die überhaupt nicht interessiert. Griechenland hat seine Bilanzen immer schon gefälscht, sonst wären die nie in die EU gekommen.
Aber wie wäre es mit ner echt kapitalistischen Lösung: Griechenland wird einfach an einen oder mehrere Touristikkonzerne verkauft (von mir aus für einen Euro) und dient dann nur noch als Urlaubsreservat, so ne Art riesiger Club Med. Viel mehr als Touristik, ein paar Ruinen und Olivenbäume und den öffentlichen Dienst haben die sowieso nicht.
28. April 2010 at 11:18
Donauwelle
Ich kaufe Kalavrita!
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28. April 2010 at 18:41
Kata
Das lustige ist, dass Griechenland nicht alleine scheitert. Portugal und Spanien stehen schon auf der Liste, auf den Fuß folgen Irland und dann – tätärätä – Italien.
Dumm nur, dass dieses Massenscheitern darauf hinausläuft, dass auch Deutschland am Arsch ist. Unsere Banken wären jedenfalls nach diesen Megaausfällen maustot.
Du schreibst außerdem, alles wäre die Schuld der Staaten. Kann ich so nicht nachvollziehen. Es sind ja nicht nur die Staaten überschuldet, sondern auch die Haushalte, inklusive der meisten Firmen. Das ganze Wirtschaftssystem basiert auf Schulden machen.
Einfach pleite gehen lassen, wird also keine Option sein. Es sei denn man mag Anarchie. Wer finanziert nach der Pleite denn die griechische Polizei? irgendwer muss ja das Heer an verarmten Rentner und Ex-Staatsdienern im Zaum halten. Wunderbare Möglichkeiten für Populisten jeder Art. Welcome back to the Thirties..!
29. April 2010 at 12:29
Donauwelle
Gottseidank gibt´s die Antifa.