Die US-Studentin Jen McCreight ärgerte sich über die dümmlichen Ausführung von Kasem Sedighi, einem iranischen Geistlichen, der letzte Woche mit der Erkenntnis Schlagezeilen machte, dass unzüchtig gekleidete Frauen Erdbeben verursachen würden. Also schlug die Genetik-Studentin in ihrem Blog ein naturwissenschaftliches Experiment vor: Möglichst viele Frauen sollen am 26. April leicht bekleidet auf die Straße gehen, um die Hypothese des cleveren Mullahs zu testen (Hat Tip Free Iran Now).Wie das so ist im Zeitalter des Internets, McCreights orginelle Idee entwickelte ein Eigenleben, sie wurde zitiert und verlinkt, und mittlerweile gibt es sogar eine “Boobquake” Facebookgruppe. Dort sind auch viele Männer aktiv, die sich aus echter Wissenschaftsbegeisterung für eine Realisierung dieses Experiments einsetzen. So weit, so witzig.
Gar nicht lustig finden diese Aktion einige Feministinnen:
Die Aktion Brainquake, die Ende der Woche als Antwort auf Boobquake entstand, fasst das Negativecho von anderer feministischer Seite am treffendsten zusammen: McCreights Aktion trage zur Sexualisierung des öffentlichen Raumes bei, entwürdige Frauen, die “täglich gezwungen” seien, ihre Körper zur Schau zu stellen. Viel zu viele männliche Unterstützer des Boobquake-Tags warteten nur darauf, endlich “die Titten” ihrer Kolleginnen und Freundinnen zu sehen.
Na das war ja klar. Kaum erlaubt sich eine intelligenten Frau einen gelungenen Scherz auf Kosten eines misogynen Islamisten, schon kommen die “Feministinnen” aus ihren Frauenbuchläden und Homöopathiepraxen gekrochen und sabotieren das ganze. Das realitätsferne Gejammer von der Unterdrückung der Frau durch die “Sexualisierung” westlicher Gesellschaften spricht dem Leid unzähliger zwangsverhüllter Iranerinnen Hohn und könnte direkt aus einer Teheraner Freitagspredigt stammen. Die feministischen Hilfs-Basij raten dazu, statt kurzer Röcke und enger Blusen morgen lieber “Zeugnisse, Lebensläufe, Auszeichnungen, Preise” zeigen – auf Web-Seiten und Blogs, Facebook und YouTube”. Mädels, ihr habt den Gag nicht ganz verstanden.
Also ich trage morgen einen Minirock.







6 comments
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25. April 2010 at 21:53
vonhaeften
Wunderbar. Gut getroffen!
25. April 2010 at 22:37
Bernd Dahlenburg
Also ich trage morgen einen Minirock.
Ich bitte um ein Foto
26. April 2010 at 06:15
Tweets that mention FeministInnen und Humor « Freunde der offenen Gesellschaft -- Topsy.com
[...] This post was mentioned on Twitter by Schlens. Schlens said: #Feministinnen sind echt spassig http://bit.ly/bivybf [...]
26. April 2010 at 16:16
Alrik
Schon Osama Bin Laden hat in einem seiner Interviews darauf hingewiesen das die Frauen im Islam durch den Schleier davor geschützt werden zum Sexobjekt degradiert zu werden.
Für eine Kilt hab ich nicht die richtigen Beine, ich werd wohl die engen Knackarsch-Jeans anziehen.
Das Recht scharfe Klamotten anzuziehen sollte ja für beide Geschlechtern gelten.
http://www.myvideo.de/watch/4583431/ZZ_Top_sharp_Dressed_Man
26. April 2010 at 19:22
CK
Hooters… Da esse ich ab und zu gerne mal und sehe mir dabei Fussball auf Sky an. Vor allem wegen den lecker Burger, aber durchaus auch wegen den Boobs der armen, vom Patriarchat der Männer unterdrückten Bedienungen, die dauernd Erdbeben verursachen
Lalibertine im Minirock? Sicher ebenfalls schön anzusehen
27. April 2010 at 18:32
Donauwelle
Das ist mal wieder typisch Genetiker, im Namen der Wissenschaft etwas zusammenbasteln zu wollen das es in der Natur schon in besserer Form gibt, und wenn es nachher zu Unverträglichkeitsreaktionen kommt alles als mißratenen Scherz ausgeben. Der Sommer ist jedes Jahr voll von freizügigen Paraden unterschiedlichster Art wo jedes Auge auf seine Kosten kommt. Wieso sollen jetzt auf einmal alle auf diese Weise darauf reagieren dass irgendein Prediger etwas gesagt hat was die allgemeine Sorge um das Thema Erdbeben auszunutzen versucht? Am Ende stellt sich womöglich noch heraus, er hat es in – bewußter oder unbewußter – Erwartung genau dieser Reaktion verlautbart…