Zum Dritten Mal waren wir nun von einer Freundin zum Seder-Abend gebeten, in dem – so der Rabbiner in seiner Eröffnungsansprache – der Freiheit des israelischen Volks gedacht wird, das diese durch den Auszug aus Ägypten erringt.

Die Sinnstiftung eines Volkes und seiner Religion durch den Wert der Freiheit, das kenne ich von anderen Religionen nicht . Es versöhnt mit einem zunächst etwas antiquierten Ablauf, der in der Hagada niedergeschrieben steht und einen auffordert, das Weinglas in die Hand zu nehmen und wieder abzustellen und die Matzen abwechselnd zu bedecken oder aufzudecken, während ich Schwierigkeiten habe, im deutschen Text der Hagada den hebräischen Gesängen zu folgen. Das gute Essen, das im Saal des Hotels zwischendurch gereicht wird und der gute Wein, das zwischen der “Ordnung” (Seder) vollzogene fröhliche Beisammensein machen das ganze zu einem schönen Erlebnis, obwohl ich immer noch nicht glaube.

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