Die Arbeitskosten in Deutschland sind stark gestiegen, während die Nettolöhne sanken. Das ist recht einfach zu erklären: Diejenigen, die arbeiten, müssen mit ihren geringer gewordenen Arbeitsstunden diejenigen mitfinanzieren, die entweder arbeitslos sind oder in Kurzarbeit gehalten werden.

Ausserdem entfallen auf Überstunden keine Steuern und Sozialabgaben. Und die sind ebenfalls zurück gefallen. Ein weiterer Effekt entsteht durch den Rückgang der Leiharbeit. Denn Leiharbeiter verdienen bei gleicher Arbeit weniger als die Stammbelegschaft. Sie wurden aber in der Krise als erstes freigesetzt.

Grundsätzlich gilt: Bei zunehmender Arbeitslosigkeit muß eine größere Anzahl von Transferempfängern aus einer sinkenden Lohnsumme befriedigt werden. Dadurch muß der Anteil der Sozialversicherungskosten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber an den Arbeitskosten steigen. Ausserdem steigen die Arbeitskosten absolut.

Ein kleiner Exkurs in die Sozialgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Seit der Einführung des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes 1967 – also in jenem Moment, als der Staat aufgab, durch Herstellung einer Wirtschaftsordnung optimale Voraussetzungen zu schaffen, sondern sich stattdessen Ziele setzte (Preisstabilität, Vollbeschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, ausgeglichenes Budget) verfehlt er alle diese Ziele, die er einhielt, als er sie sich nicht setzte, fundamental.

Insbesondere die entstehende Arbeitslosigkeit (die 67 bei ein paar Hunderttausend lag) explodierte. Solange die zunehmende Produktivität aber die Kosten insbesondere der zunehmenden strukturellen Arbeitslosigkeit deckte, entstand ein gesellschaftlicher Konsens, dass die jenigen, die nicht mehr gebraucht wurden, dafür aus Staats- und Sozialkasse ordentlich entschädigt werden konnten. Doch es wurden immer mehr. Das war nicht mehr zu verdienen. Die Stunde der Agenda 2010 war gekommen, weil der Kollaps des Sozialstaaates drohte.

Die gestiegenen Arbeitskosten sind vor allem auf die Kurzarbeit zurückzuführen, die zu verlängern deshalb auf Dauer keinen Sinn macht. Sie verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Umfeld massiv. Auch wenn sie die Statistik zum Wohle der Regierung schönt.

Der Ausweg: Bürgergeld, Kopfpauschale und Privatisierung der Arbeitslosigkeit entkoppeln die Kosten für die Soziale Sicherheit von den Arbeitskosten. Ganz einfach.

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