Was bekommt der deutsche Steuerzahler eigentlich dafür, wenn er postmodernen  Sozialwissenschaftlern einen Exzellenzcluster finanziert? Zum Beispiel tolle Konferenzen wie “The Formation of Normative Orders in the Islamic World”. Das Programm dieser Veranstaltung (via wadi blog) bietet einen kompakten Einblick in die faszinierende Forschungstätigkeit der Kulturrealtivitätstheoretiker:

Das Aneinanderreihen möglichst vieler trendiger catch words auf möglichst engem Raum (entangled modernity, narratives, discourses of dominance) ist eine der zentralen Techniken des sozialwissenschaftlichen Arbeitens, die schon Erstsemestern eingebläut wird. Mit dieser Forschungsmethode werden Plattitüden (“We all live in a world that is undergoing profound political, social, and economic changes”) so lange verschleiert, bis sie wie bedeutungsschwere Aussagen klingen.

Wer ein vollwertiges Mitglied der geisteswissenschaftlichen Elite unseres Landes sein will, der muss auch die Disziplin des Doppeldenks beherrschen, die eine hoch komplizierte Variante der Mengenlehre darstellt. Die Grundregeln lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Alle Phänomene, die dem Bereich des Nicht-Westlichen angehören, sind auch als Teilmenge der Dinge definiert, die man höchstens im Rahmen eines “kritischen Dialogs” behutsam thematisieren darf, ansonsten aber zu akzeptieren hat. Neutralität, Offenheit und Toleranz sind die Kernelemente dieser Forschungsmethode.

Deswegen finden die Frankfurter Wissenschaftler kleine Mädchen mit Kopftüchern auch so possierlich, dass sie mit ihnen ihr Konferenzprogramm schmücken. Laien würden hier nur Kinder sehen, deren Lebensrealität offenbar von religiösen Fundamentalisten bestimmt wird. Hier liegt die große gesellschaftspolitische Aufgabe der Kulturrelativitätstheoretiker: Schlimme Vorurteile gegen Islamisten müssen schonungslos angeprangert werden. Dabei ist es von größter Wichtigkeit so zu tun, als seien Islamophobie und Kritik am Islamismus dasselbe:

By hosting this conference in Frankfurt, we also wish to take a stand on anti-Islamic and anti-Muslim prejudices, and work together for the establishment of an interfaith dialogue on global justice, human rights, and peace.

Wenn es um die Gesellschaften des Westens geht, dann ist Neutralität natürlich völlig Fehl am Platze und oberlehrerhafte Einmischung die erste Wissenschaftlerpflicht, denn nichts bedroht den Weltfrieden und die Menschenrechte mehr als die Debatten um den Islamismus in Europa und den USA. Dass viele naive Laien, sogar solche muslimischen Glaubens, spontan eher Bürgerkriege, Terrorismus, Theokratien, Genitalverstümmelung, Zwangsehen, Antisemitismus und andere spannende Kulturtechniken des realexistierenden Islamofaschismus als „Bedrohung“ ausmachen würden zeigt nur umso deutlicher, warum unsere Steuergelder bei den Frankfurter Kulturrelativitätstheorektikern gut aufgehoben sind.