Margot Käßmann ist Geschichte, also das, wovon die gute Frau keinen blassen Schimmer hatte und jetzt hat sie viel Zeit, verpasste alternative Friedenslösungen im zweiten Weltkrieg zu erforschen. Die beste Amtshandlung, die die Ex-Bischöfin in ihrer etwa fünfmonatigen Amtszeit vollzogen hat, war ihr heutiger Rücktritt, denn abgesehen vom Bruch eines angeblich heiligen Sakramentes (Ehe) und der Trunkenheit am Steuer zur Fastenzeit war sie etwas, was keinem Moralapostel gut steht: Sie war nicht nur bigott, wie Zettel schreibt, dieser Begriff reicht hier nicht aus, es muss eine Steigerung erfunden werden. Sie war trigott!

Denn nicht nur religiöse oder gesetzliche  Vorschriften waren für die Powerfrau aus meiner Heimatstadt offenbar eine lästige Nebensache, auch sonst scheinen für Madame generell andere Maßstäbe zu gelten. Denn während die geschiedene Frau Bischöfin am Wochenende alleine das Haus verlässt, einen zwitschern geht und dann im dicken Schlitten über die Willy-Brandt-Allee brettert, dann genießt sie all jene Freiheiten, die sie den Frauen in Afghanistan offenbar nicht gönnt. Denn ohne westliche Soldaten wäre dort schon jede einzelne der aufgezählten Handlungen Grund für ein grundsolides Todesurteil gewesen.

Die dickfällige und nationale Friedensrethorik der Frau Käßmann wird jetzt erst einmal verstummen, darüber erschreckt sie sicher furchtbar. Eine Frau in Afghanistan bekam nach einem solchen Schreck oft noch einen Genickschuss, heute ist das Dank der westlichen Soldaten nicht mehr die zwangsläufige Konsequenz – ginge es nach Frau Käßmann, wäre es dabei geblieben.

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