Der Westen lässt sich nun seit Jahren von der iranischen Führung und ihrem Präsidenten Ahmadinejad an der Nase herumführen. Der Iran muss dabei nur einen neuen “Unterhändler” in ein westliches Land schicken und schon rufen Politiker, Medien und Meinungsmacher “Peace in our time!” und niemand muss die Augen schließen, um sich die erneut vorgeführten Vertreter der freien Welt übermütig mit einem Blatt Papier winkend auf einem Flugfeld vorzustellen.

Der Iran hat das Duell mit dem Westen um die Möglichkeit, eine Atombombe bauen zu können, gewonnen und kündigt frohen Mutes die Errichtung weiterer Anreicherungsstätten an, dieses Mal in den Bergen, damit die Anlagen vor möglichen Luftangriffen sicher sind. Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass der Westen sich so sehr über den Basartisch hat ziehen lassen, dass er seine Abschreckungskraft endgültig verloren hat.

Heute hat Hugo Chavez angekündigt, ein venezolanisches Nuklearprogramm zu starten. Der Liebling aller Steinzeitsozialisten eifert seinem Verbündeten Ahmadinejad nach und kann sich iranischer Unterstützung sicher sein. Das Resultat wird eine Stärkung des ohnehin schon großen Einflusses Venezuelas auf die linken und antiwestlichen Regierungen Südamerikas sein.

Die Regierungen des Westens werden natürlich umgehend reagieren und einen weiteren Dialog starten. Die Medien werden sich bemühen, die Gefahr kleinzureden und Friedensaktivisten weltweit alles daran setzen, Chavez wie heute Ahmadinejad und damals Saddam zu verteidigen. Das böse Erwachen wird immer schwieriger zu verhindern sein, denn während im Fall Irans wenigstens Israel einen realistischen Blick auf die Bedrohung durch die Mullahs hat und eine Drohkulisse aufrecht erhält, ist das Abschreckungspotential Amerikas unter Obama so gut wie erloschen.

Vor kurzem sah das noch anders aus: Lybien verabschiedete sich vor einigen Jahren von seinem Streben nach Massenvernichtungswaffen, die Entschlossenheit der USA und ihrer Verbündeten, Saddam endgültig abzusetzen, hatte auf Gaddafi Eindruck gemacht. Diese Zeiten sind vorbei.

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