Das schlechteste Ergebnis erhielt der bestätigte US-Zentralbank Chef Ben Bernanke vom Kongress. Nicht nur Republikaner, auch Demokraten stimmten gegen ihn. Ein schwacher Trost. Denn die von ihm und seinem Vorgänger durchgesetzte Geldpolitik ist die wahre Ursache der Finanzkrise, aus der keine “Wirtschaftskrise” hätte werden müssen. Aber wenigstens daran ist der Mann nicht schuld. Offen bleibt, ob er es schafft, die überflüssige Liquidität schnell stillzulegen und so das Platzen der nächsten Blase zu verhindern.

Nicht die Boni-geilen Banker sind nämlich “schuld” an der Finanzkrise, sondern die Zentralbanken, die von der wachstumsorientierten Geldmengensteuerung abwichen, mit der die Bundesbank die gute alte D-Mark einst zum Hort der Stabilität gemacht hat.

Als Bernanke-Vorgänger Alan Greenspan bei der “FED” das Ruder 1987 übernahm, änderte er die Prinzipien nur ein Stück weit. Galt bisher, dass durch zu schnelles Wachsen der Geldmenge die Inflation befördert würde,  waren nun nur noch die Verbraucherpreise maßgeblich. Rohstoffpreise, Immobilienpreis, Aktien, alles was nicht dem täglichen Bedarf diente, wurde aus der Beobachtung ausgeklammert.

Darauf entstand das, was ich eine assymetrische Inflation nenne. Eine klassische Inflation entsteht, wenn das Geld schneller wächst als die reale Wirtschaft. In diesem Fall stehen je realem Wirtschaftsgut plötzlich mehr Einheiten des guten Geldes zur Verfügung. Deshalb steigt der Preis der realen Güter, ohne dass sich sein tatsächlicher Wert verändert hätte. Nur der Wert des Geldes wird vernichtet.

Weil Geld aber nicht nur als Tauschmittel funktioniert, sondern als Kapital auch die Leistung vergangener Perioden speichert, verliert dieses Kapital dadurch genauso an Wert. Vermögen, also das, was eine Volkswirtschaft vermag, wird so vernichtet. Üblicherweise wird der Wertverlust aber teilweise durch höhere Zinsen  ausgeglichen, was aber zukünftige Investitionen erschwert  und verteuert.

Der Focus der FED auf die Verbraucherpreise führte dazu, dass die Preisentwicklungen auf vielen Märkten aus dem Blick gerieten. Die reine Betrachtung der Verbraucherpreise ließen in konjunkturellen Schwächephasen eine Ausweitung der Geldmenge durch Zinssenkung zu, wodurch das Wachstum beschleunigt werden sollte.

Tatsächlich stiegen die Preise. Nur nicht die für Brot und Butter.  Sondern wahlweise für Öl, Immobilien, Aktien, Internetfirmen, Rohstoffe, Gold und irgendwann dann doch für Nahrungsmittel. Aber nach jedem Preisrekord kam der Absturz. Als die Blase verpuffte, verschwand das (bildlich gesprochen) zuviel gedruckte Geld. Das Problem bei der Angelegenheit: Auch hier wurde das real geschaffene Kapital, die gespeicherte Leistung, in Mitleidenschaft gezogen, weil viele private Anleger auf den schnell fahrenden Zug aufsprangen. Gleichzeitig wurde aber sinnvollen Anlagen das Kapital entzogen, weil Anleger von den explodierenden Preisen angezogen wurden, bevor sie wieder implodierten.

Ben Bernanke hat die Blasen-Implosion mit neuem Rohstoff für die Blasenbildung bekämpft, Öl in´s Feuer geschüttet, noch mehr Scheingeld ohne Wert virtuell um die Welt geschickt. Die Westliche Welt hat es ihm nachgemacht. Dabei wurde soviel Scheingeld geschaffen, dass es nicht einmal nachgefragt wurde.

Dafür befinden sich die Zinsen im historischen Tief, weil es einfach zuviel Geld gibt und der Markt nicht zwischen realem Kapital und Scheingeld unterscheiden kann. Das ist die wahre Gefahr.

Die nächste Blase platzt bestimmt. Ben ist dabei.

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