SPON und SZ berichteten heute schadenfroh über einen peinlichen PR-Gau des österreichischen Bundesheeres. Die Ösi-Truppe wollte wohl auf humorige Art um Nachwuchs werben und ließ daher im Rahmen der Kampagne “Heer 4U” diesen schmerzhaft unlustigen Spot auf die Jugend los.
Die Intention war “so deppert” zu sein “dass es schon wieder genial ist”, so ein Oberst aus der Marketing-Abteilung. Ersteres ist auf jeden Fall gelungen. SPON hat bereits herausgefunden, dass die Mitwirkenden “Laiendarsteller – im wahren Leben ein Disco-Türsteher und vier Hotelfachschülerinnen” sind. Es würde auch nicht überraschen, wenn Kameramann und Regisseur demnächst als Mitglieder eines Dorfvideoclubs enttarnt werden.
Bei Feministinnen löste der Clip selbstredend Alarmstufe rot aus. So schäumt Judith Götz vom Referat für feministische Politik der Österreichischen HochschülerInnenschaft empört “Es ist vollkommen unzeitgemäß, so eindeutig sexistisches Bildmaterial zu zeigen, wo doch längst auch Frauen in den Streitkräften arbeiten”. Tatsächlich sind die Werbestrategen des Bundesheers noch nicht einmal die Urheber des cineastisch wertvollen Sujets “Panzergeschütze machen hübsche Mädels willig”, sie haben die Idee bei den Ukrainern abgekupfert.
Nach der Betrachtung dieser beiden Meisterwerken der subtilen Werbepsychologie wäre frau fast geneigt, das vernichtende Urteil der Feministin Götz über das Militär “als ein typischer Ort, an dem Männlichkeit “konstruiert, sozialisiert und reproduziert” wird zu teilen. Doch es geht auch anders wie Zahal zeigt. In einem Film über die Panzertruppe von 1977 wird zu sanften Klezmerklängen sexismusfrei für ein kameradschaftliches Miteinander der Geschlechter beim Dienst am Vaterland geworben (via IDF Armor). Die Herren putzen artig die Kanone anstatt machohaft mit ihr herumzuposieren und zum Dank nimmt die Dame dann auch mal den Helm ab und schüttelt ihr Haar in Zeitlupe.
Die Israelis waren eben schon vor über 30 Jahren ihrer Zeit weit voraus.






10 comments
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28. January 2010 at 22:55
Alrik
rofl, den ukrainischen Spot kenn ich noch von 2007, schon damals haben wir uns darüber krank gelacht.
28. January 2010 at 23:10
Alrik
Nachtrag:
eines muß man der Ukraine lassen:
die Mädchen sind hübscher als in Österreich.
(die Soldaten auch, nur um den FeministInnen keinen Anlaß zur Beschwerde zu geben)
28. January 2010 at 23:55
christianhannover
wow, ich gehe nach kiew und melde mich freiwillig. wer kommt mit?
29. January 2010 at 11:24
pyri
Das ist ja fast ein 1:1-Remake von meinen Landsleuten da
Nun, die hiesige militärische Ausstattung soll ja insgesamt auch eher dürftig sein
30. January 2010 at 12:25
Adrian
@ Alrik
“(die Soldaten auch, nur um den FeministInnen keinen Anlaß zur Beschwerde zu geben)”
Wie jetzt, ist jeder, der nicht auf Frauen steht, ein Feminist?
30. January 2010 at 16:07
Alrik
@Adrian
hey, ich wollt nicht einseitig Sexistisch sein indem ich nur die Aktraktivität der Mädchen im ukrainischen Spot herausstelle
Aber Du hast natürlich recht, nicht jeder der nicht auf Frauen steht ist gleich ein Feminist.
Du und Damian haben ja schon oft genug über den einen oder anderen Unsinn aus der Feministischen Ecke geschrieben.
Ich würde euch nie als Feministen bezeichnen, dafür seit ihr zu liberal
30. January 2010 at 16:24
Adrian
Die Schönheit eines Geschlechtes herauszustreichen, ist nun wahrlich nicht sexistisch. Sonst wäre ich das immerfort
Der österreichische Spot ist im Übrigen wirklich haarsträubend schlecht. Aber das könnte auch an diesem furchtbaren Ösi-Akzent liegen
31. January 2010 at 15:10
Popeye
Also jetzt mal unabhängig von der Qualität des Videos, eigentlich ist es ja eine feministische Werbung: Frauen emanzipieren sich von ihrer Rolle als Machoanhängsel und suchen Herausforderung und Bestätigung in einem typischen “Männerberuf”.
Natürlich können auf Geschlechtsmerkmale und Phallussymbole gedrillte FeministInnen (man beachte das Binnen-I!) dies nicht sehen! ((-;
31. January 2010 at 20:18
pyri
Na ja, “Herausforderung und Bestätigung” in dem einem Panzer (zugegeben samt Fahrer…) nachgerannt wird?
Also falls das österreichische oder ukrainische Video gemeint gewesen sein sollte kann ich das nicht nachollziehen
Übrigens gibt es zum Ösi-Remake hier jetzt schon Kenntnisse von einer parlamentarischen Anfrage der Grünen wegen der Kosten und möglicherweise auch seiner Herkunft, und (auch) der sozialdemokratische Verteidigungsminister, der erste Ex-Zivi in diesem Amt, sieht darin anscheinend bloß Sexismus…
31. January 2010 at 20:35
Popeye
Der Soldat sagt:
“Kommt zum Bundesheer, da könnt ihr Panzer fahren.”
was ich so deute, das sie in die Armee eintreten und Panzerbesatzungen werden sollen!
Gut, das die Mädels dem Panzer hinterher rennen, kommt dabei nicht so gut, aber ich schrieb ja “unabhängig von der Qualität”. (-;