Nicht nur die Vertreter der nahöstlichen Religion des Friedens haben ein großes Problem mit den eigentlich ganz niedlichen und vor allem ziemlich leckeren rosa Tieren mit den sympathischen Rüsseln. In Oberschwaben entfachten die Mitglieder der Piusbrüder einen wahren Sturm der Empörung, da in einer Ausstellung die heilige Familie mit Schweineköpfen zu sehen war. Das geht natürlich gar nicht, Pressesprecher Andreas Steiner meint:
“Für Katholiken gibt es Symbole, die sind heilig. Dazu gehört die Menschwerdung Gottes. Das als Schwein darzustellen, das geht nicht. Da hat die Freiheit der Kunst ihre Grenzen.”
Damit ist der feine Herr Pater aber einer großen Täuschung erlegen, denn es ist völlig egal, wie sehr ein Teil der Bevölkerung von der Heiligkeit einer jüdischen Familie aus dem ersten Jahrhundert überzeugt ist. Wahrscheinlich ist ein weitaus größerer Teil der Bevölkerung vom Gegenteil überzeugt und unterscheidet sich dabei nur durch die Abwesenheit von in schwarze Kleider gehüllte und grundsätzlich unverheiratete Männer von ihren gläubigen Mitbürgern.
Die Piusbrüder wollen keine heilige Schweinefamilie? Dann sollten sie in den Iran umsiedeln. Dort sind Schweine kaum zu sehen, die heilige Familie auch nicht – außerdem wird der Holocaust geleugnet und der Obertyrann trägt auch Frauenkleider. Passt doch alles!






4 comments
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25. January 2010 at 16:48
Helga
und Bischof Pieronek aus Krakau können sie dann gleich mal mitnehmen:
http://tellstuben.blogspot.com/2010/01/same-shit-not-different.html
25. January 2010 at 16:58
Rayson
Das ist eine überraschende Begründung für ein liberales Blog.
Die Frage hier lautet einzig und allein, ob das Recht einer Gruppe, die ihr sehr wichtigen – hier: religiösen Gefühle – nicht von anderen verletzt zu sehen, das auf Freiheit der Kunst und der Meinungsäußerung überwiegt. Oder meinetwegen, ob es ein solches Recht überhaupt gibt, oder ob es das Konstrukt “innerer Friede” gebietet, ein solches zu konstituieren. Diese Fragen werden übrigens in unserer gegenwärtigen Rechtsordnung nicht wirklich konsistent beantwortet.
Aber im Prinzip müssten alle Provokateure doch dankbar sein, dass es die Piusbrüder gibt. Der Islam steht wegen seiner informellen Sanktionsmöglichkeiten de facto außerhalb ihres Zugriffs, bei der jüdischen Religion würde nach dem fast erfolgreichen Versuch, ihre Anhänger physisch zu vernichten, insbesondere hierzulande jede Art von Provokation allgemein als erbärmlich angesehen, und beim Christentum hat man mittlerweile fast alles erfolgreich durchgezogen, so dass kaum noch jemand zu finden ist, der sich provozieren ließe.
Die beiden Seiten brauchen sich gegenseitig, also lassen wir sie doch spielen.
25. January 2010 at 18:52
christianhannover
“Das ist eine überraschende Begründung für ein liberales Blog.”
nö, ich glaube nur einfach nicht, dass die mehrheit der bevölkerung an gott glaubt. das ist keine bewertung, keine kritik, lediglich meine ganz persönliche vermutung.
“Die beiden Seiten brauchen sich gegenseitig, also lassen wir sie doch spielen.”
aber ich will mitspielen…
10. February 2010 at 12:05
Donauwelle
In Europa vielleicht nicht. Aber es geht hierbei sowieso nicht um Mehrheitsverhältnisse sondern um Nerven. Der soziale Zusammenhalt in der Sekte ist so niedrig dass nur über gemeinsam eingeübte Feindbilder überhaupt noch ein Miteinander hergestellt werden kann. Überhaupt können die Piusleute lediglich deswegen so sehr auf sich aufmerksam machen weil bislang unter keinem Pontifikat der politische Abstand zwischen Bischofskonferenz und Papst so groß war wie heute. Das Kirchenoberhaupt besucht eine deutsche Synagoge um sich dort vernünftig zum Nationalsozialismus zu äußern, aber seinen Vertretern vor Ort gehen beim Israelkritisieren “die Deckel hoch.” (Hanke) Der Papst kann sich seine Freunde nicht aussuchen, auf sich allein gestellt ist er zu schwach um dafür zu sorgen dass er nicht von einem Antisemiten beerbt werden wird. In diesen Zwischenraum dringen Sekten wie die genannten ein und versuchen die voneinander entfremdeten Akteure gegeneinander auszuspielen. Das ist tragisch da alle tatsächlichen Mißstände in der Kirche deren Folgen von solchen Sekten ausgenutzt werden innerhalb dieser noch stärker präsent sind.